Der Besitzer kann denselben in der Villa 20, Tempelstraße, abholen, ß dm if, Februar» (Daß zehnjährge Gründung fest de- PapstLeo - KirchenbandereinSin Hötting) wurde Sonntag den 13. d. M. in feierlicher und würdiger Weise begangen. Eingeleitel wurde das Fest durch einen Festgottesdienst. In der Festpredigt schilderte der hochwürdige Herr Pfarrer Zacher im Anschluss an das Sonntagsevangelium das Elttstehen, Wachsen und Gedeihen des Vereines. Das erste Samenkorn wurde gelegt am Tage der Gründung selbst: eS war eine Opfergabe von 100 Gulden, welche der damalige Herr Pfarrer von Hötting, Philipp Matzgeller, jetzt Prior de - Stifte - Wilten, als ersten Baustein dem neuen Vereine zugewendet hat. Man hat sich damals nicht mit großen Hoffnungen getragen, jcdoch Dank der rührigen Thätigkeit der Ausschussmitglieder, Dank dem Bienenfleiß der Sammlerinnen, Dank den edlen Spendern sind die Hoffnungen weit übertroffen worden, hat das edle Werk vielfältige Frucht getragen. Das Hochamt hielt der genannte hochwürdige Herr Prior von Wilten. Nachmittags 3 Uhr fand im Schulhaufe die recht zahlreich besuchte Generalversammlung der Vereinsmitglieder statt. Herr Obmann Fischler eröffnete die Versammlung, begrüßte die Mitglieder und Gäste und entwickelte in kurzen, klaren Worten die Anfänge de - Vereines. Als es sich darum handelte, was das Papst Ley- Feft - Tomitä mit dem UeberschusS der gesammelten Gelder anfange, sei auch der Plan aufgetaucht, damit einen Waisenhausfond zu gründen, es siegte aber der Plan zur Gründung eines Kirchenbauvereines, welchem man den Namen deS heiligen Vaters Leo XIII. gab. Herr Fischler schloss mit einem Danke an alle anwesenden und abwesenden Mitglieder und Wohlthäter des Vereines und bst Herrn Burger, den sehr eifrigen und umsichtigen Vereinscassier, um Verlesung des Rechenschaftsberichtes. Daraus ergibt sich pro 1897 ein Vermögensstand von 42. 582 fl. Es wird nicht uninteressant sein, eine Uebersicht des Vermögensstandes in den 10 verflossenen Vereinsjahren in runder Summe hier folgen zu lassen. Im Jahre 1888 3969 fl., 1889 5660 fl., 1890 14. 201 fl., 1891 16. 823 fl., 1892 19. 477 fl. 1893 23. 073 fl., 189426. 961 fl., 1895 31. 415fl., 1896 37. 445 fl., 1897 42. 582 fl. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass durch eine von den sieben Sammlerinnen während dieser zehn Jahre die schöne Summe von 3212 ' fl. zufammengebracht wurde. Es folgte die Wahl der Ausschussmitglieder des Vereines. Die alten Ausschüsse wurden einstimmig wiedergewählt, nur an Stelle mehrerer Verstorbener Ausschüsse traten neue ein. Zum dritten Punkt der Tagesordnung „allfällige Anträge " ist nur daS Erscheinen dealten „ historischen Geldsacker " zu erwähnen, welcher, wie am Tage der Gründung des Vereines, heute wiederum, geführt an der Hand der Herrn Pfarrers, neu gefüllt mit hundert blanken Gulden und in Begleitung von acht Zehnern sich präsentierte. Die Festrede hielt der hochwürdige Servitenprior P. Johann Paul Moser. Er beglückwünschte den Verein zu dem schönen Ergebnisse. Herr Rieder, von jeher ein sehr thätigeS Ausschussmitglied und Schriftführer, gab in seiner Eigenschaft als Gemeindevorsteher die Versicherung, den Verein nach Kräften zu fördern und zu begünstigen. Am Schluffe gedachte der Herr Pfarrer des Entgegenkommens der Gemeinde, wel che den Ertrag der Neujahrs - Entschuldignngs* karten in großmüthiger Weise dem Kirchenbauver eine zuwendet, und sprach Namens des Vereines den verbindlichsten Dank aus. Ein begeistertes Hoch, welches Pöllerknall begleitete, auf Kaiser und Papst schloss dann die schöne Versammlung.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 17. Februar 1898, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6272-zehnjaehriges-jubilaeum-des-papstleo-kirchenbauvereins-in-wuerdiger-1898).
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