Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
EISENBAHNPIONIER GEHT IN RUHESTAND

Bestattung des pensionierten Südbahn-Oberinspektors Rint in Wilten

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 29. September 1898 · Seite 5 · #Bahnbedienstete
Banknoter. 44. 15 IDucoten.... 5. 68. — Ober - Jnspector Rint s. Am 25. d. Mts. ist, wie wir bereits in Kürze gemeldet haben, in Graz der pensionierte Südbahn - Ober - Jnspector Herr kaiserlicher Rath Daniel Rint nach langem schmerzlichen Leiden gestorben. Die Leiche wird von Graz nach Innsbruck überführt, wo die Bestattung morgen Nachmittag im eigenen Grabe am Friedhof zu Wilten an der Seile seiner ersten, im Jahre 1874 verstorbenen Frau stattfindet. Mit dem Verstorbenen wird einer der ältesten und verdienstvollsten Eisenbahn - Betriebstechniker der alten Schule zu Grabe getragen. Kaiserl Rath Rint, welcher nach Absolvierung der technischen Hochschule in Prag kurze Zeit bei der Catastralvermessung in Galizien m Verwendung stand, trat im Jänner 1852 bei der damaligen k. k. südlichen Staats - Eisenbahn als Ingenieur - Assistent ein, in welcher Eigenschaft er nach dem Verkaufe dieser Bahn an die Südbahn - Gesellschaft im Jahre 1859 von derselben übernommen wurde. Er hatte gleich in den ersten Jahren der Betriebsführung dieser Gesellschaft durch seinen Fleiß und seine Tüchtigkeit als Betriebstechniker die Aufmerksamkeit der leitenden Dienstesstellen auf sich gelenkt, so dass er schon im Jahre 1865 zum Vcrkehrs - Chef aus der Linie Wien - Triest mit dem Sitze in Marburg, später in Graz ernannt wurde. Als im Jahre 1867 die Brennerstrecke Innsbruck — Bozen derTiroler Linie zur Eröffnung gelangte, deren Betrieb voraussichtlich bedeutende Schwierigkeiten bot und eines erfahrenen, versierten Betriebsleiters bedurfte, fiel die Wahl hiefür auf den Verstorbenen, welcher von diesem Zeitpunkte bis zu seiner im Jahre 1893 auf eigenes Ansuchen erfolgten Pensionierung mit nur kurzer Unterbrechung als Verkehrsches der Tiroler Linie mit dem Swe in Innsbruck in verdienstvollster Weife wirkte und während dieser langen Reihe von Jahren bei den schwierigsten dienstlichen Verhältnissen sich nicht nur die unbegrenzte Hockachtung und Verehrung des gesammten ihm unterstellten Dienstperfonales sicherte, sondern sich auch die allgemeine Achtung und Wertschätzung aller erwarb, die mit ihm im Verkehre standen. Für fein verdienstvolles Wirken auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens wurde der Verblichene von Sr. Majestät dem Kaiser durch Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes, des Ritterkreuzes des Franz - Josef - Ordens und des Titels eines kaiserlichen Rathes ausgezeichnet.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 29. September 1898, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6341-bestattung-des-pensionierten-suedbahn-oberinspektors-rint-in-wilten-1898).

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