früherer Zeit auf römischen Zierbildern und im Mittelalter auch an den Sceptern und Kronen der deutschen Kaiser, sowie an denen der englischen Könige vor dem Einfall der Normannen vor. Zudem haben gerade die ältesten französischen Karten, von denen noch Proben vorhanden sind, keine Lilien auf ihren Bildern. Die Karten, welche Jacques Gringonneur für den schwachsinnigen Karl VI. erfunden haben soll, werden von den Gelehrten in die Mitte des 15. Jahrhunderts verlegt. Sie weichen von den anderen Spielen wesentlich ab, sind mit schönen Illustrationen geschmückt und etwa dreimal so groß als unsere Karten. Zwei Blätter dieses überaus kostbaren Spieles sind in Ebelings „ historisch grotesk komischen Bilderatlas" getreu den Vorlagen entsprechend in Gold und Farbendruck nachgebildet. — Sehr interessante Proben von Karlen finden sich auch unter den historischen Merkwürd gkeiten im British - Museum. Sie sollen aus dem Jahre 1440 stammen. Zu dieser Sammlung gehören auch vier Karten, die wahrscheinlich 1480 angefertigt sind und zufällig in einem alten Buche gefunden wurden, das man 1841 gekauft hatte. Was nun die Herstellung der Karten betrifft, so sind die ältesten Spiele gemalt worden und zwar theilweise mit großer Kunstfertigkeit. Im Mittelalter waren besonders die deutschen Kartenmacher berühmt. Wie bei Messbüchern, so wurde auch bei den Spielkarten auf die Verschönerung viel Kunst und Geschmack verwendet. Die Charakterkarten, der König, Ritter und Bube, prangten in Purpur und Carmoisin und waren nicht selten auf Goldgrund gemalt. Natürlich war auch der Preis solcher Arbeit angemessen, daher konnten sich nur die Reichen der Karten bedienen. Als jedoch die Deutschen zwischen 1351 und 1360 den Holzdruck auf die Karten anwendeten, wurde das Kartensp el auch den mittleren und unteren Classen zugänglich. Die Einführung der Metallplatten machte die Fabrication noch einfacher. Nunmehr nahm die Ausfuhr billiger Spielkarten aus Deutschland einen großen Umfang an. Anfangs war Nürnberg der Hauptort für die deutsche Kartenmanufactur gewesen, später wetteiferten mit ihm Ulm, Augsburg, Leipzig, Darmstadt, Mannheim, Frankfurt a. M., München, Hamburg, Stralsund. Der Umstand, dass alle Gewinnspiele als eine Art von Kriegführung angesehen werden können, tritt besonders an dem Schach und Kartenspiel hervor und unterstützt die Annahme, dass das eine nur eine Modifikation des andern ist. Nach einigen stellten die Karten ursprünglich die vier Classen dar, den Adel, die Geistlichkeit, die Kaufleute und die Bauern, so dass Pique eine Lanze und so den Ritterstand bedeute, Coeur den Clerus (indem man sich unter den Geistlichen die Ken« du choeur, den geistlichen Chor, denkt), die Carreau ( das soviel wie Diamant und auch im Englischen diamond heißt), den Handelsstand und Treffe (trifolium), das Kleeblatt, die Landleute. Für Treffe sagt man im ' Englischen auch oluh und im Spanischen hasto ( Knüttel.) Spätere Veränderungen werden den Franzosen zugeschrieben. Sie verwandelten den Ritter in eine Dame. Die Pique - Dame, die früher Pallas hieß, wurde zur Jungfrau von Orleans, während die jetzige Treff - Dame die Königin Marie von Anjou war, jedoch aus Ehrfurcht gegen sie „ Argine " ( Anagramm von Regina — Königin) genannt wurde, und die Carreau - Dame Esther oder Rachel hieß und die schöne Geliebte des Königs, Agnes Sorel, vorstellte, wohingegen die Herz- Dame, Judith, Karls Mutter, Jsabella von Bayern, vorstellte. — Die Könige wurden dargestellt als David ( Pique), Alexander ( Treffe), Karl der Große ( Coeur) und Cäsar ( Carreau). — Die Buben, die früher als Diener (valets) der Ritter auftraten, bezogen sich ebenfalls auf bestimmte Persönlichkeiten und hießen Ogier, Lancelot, La Hire und Hector von Gelard. Ogier, der Däne, war einer der Paladine Karls des Großen, Lancelot vom Sec war einer der Helden von König Artus Tafelrunde, während Etienne Mignoles, genannt La Hire, und Hector von Gelard zu den kühnsten Feldhauptleuten Karls VII. zählten. Als in Deutschland im 14. Jahrhundert hier und da das Spiel verboten wurde, suchte man sich dadurch zu helfen, dass man eine „ Heiligenkarte " ersann, um dem Spiele den Anschein frommer Uebungen zu geben.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. Februar 1899, S. 10, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6385-ueber-die-entstehung-und-symbolik-der-alten-spielkarten-sowie-ihre-1899).
1- (Neue Ansichtskarten) sind im Selbstverlag des kath. Arbeiterinnen - Vereins in Innsbruck ^Imsömcksr NaHmhrm" zu Gunsten seines Baufondes erschienen. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, dass die Entwürfe dies …
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(Goldenes Dachl.) In der gestrigen Gemeinderathssitzung referierte Herr Bürgermeister Greil über die Renovierung des goldenen Dachls, die entgegen den umlaufenden Gerüchten nicht 30 - 40000 fl., sondern bloß 17. 000 fl. …
(Plastik.) Das Gegen blld des Kriegsgottes Mars, womit vorigen Herbst Meister Fr. Egg eine Nische der Haupttreppe des Landhauses geschmückt die Göttin des Friedens, Pallas Athene, röm. Minerva, besetzt seit einigen Togen …
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