-Beilage zu serr p. HnniiveAcker MacheLchtea - ' Me. 51 um 3 März Schloss Thaur zur Zeit Maximilians I. Von M. Hechfellner. Wenn der Herbst das Laub der nördlichen Berglehne in seine buntesten Farben kleidet, oder wenn der Frühling die Buchen bestände mit frischem Grün überzieht und die Schlüsselblume neugierig aus dem Boden hervorguckt, dann weiß ich mir keine liebere Erholung von Schuldunst und Bücherstaub als einen Spaziergang über den Puren -, Rechen und Garzanhof nach dem „ lustigen, wol erpauten vesten statl Hall ", wie es sein Chronist nennt, vorbei an den Trümmern des Schlosses Thaur, dessen spärliche Reste nur mehr dürftige Zeugen einer mehr als tausendjährigen, ereignisreichen Vergangenheit sind. Für die freundlichen Leser, die ja gewiss gleich mir den Weg wiederholt mit immer neuer Freude gemacht haben, möchte ich an dieser Stelle ohne jedes Actencitat in möglichst knapper Form eine Periode aus der Geschichte dieses Schlosser hervorheben, nämlich die Zeit unter Kaiser Max I.. dem letzten Ritter, dem in Wahrheit und Dichtung so viel gefeierten Jäger und begeisterten Freunde unserer Bergwelt. Schloss Thaur, der Mittelpunkt eines ausgedehnten GerichtrbezirkeS, der sich thalaufwärtS bis einschließlich Mühlau, thalabwärts bis zum Vomperbache erstreckte und zu welchem unter Herzog Friedrich mit der leeren Tasche über 1700 Eigenleute gehörten, war im 1. 1439 sogar wieder einmal Fürstensitz geworden, indem der damals zwölfjährige Prinz Siegmund, der später den Beinamen des Münzreichen erhielt, nach dem Tode seines Vaters nach Thaur gebracht wurde, um dort in herrlicher Umgebung und ländlicher Stille seine Volljährigkeit zu erwarten. Diese Herrlichkeit dauerte aber leider nur einige Monate, denn schon im September desselben Jahres nahm bekanntlich Kaiser Friedrich III. seinen Mündel aus politischen Rücksichten mit sich nach Niederösterreich und mit der lustigen Freiheit auf Schloss Thaur wars für Sigmund vorbei. Als dieser Fürst im Jahre 1490die Regierung seines Stammlandes seinem Vetter, dem späteren Kaiser Max überließ, kam auch das Schloss Thaur als landesfürstliches Eigengut in den Besitz Maximilians, der auch dieser Burg sein regstes Interesse zuwandte. Dieselbe war seit mehreren Jahren verpfändet gewesen und Max löste sie daher ein und setzte den Paul von Liechtenstein als Pfleger darauf. Allein Geldverlegenheiten nöthigten den Kaiser bereits nach zwei Jahren Burg und Gericht neuerdings an Hans v. Fuger in Hall zu verpfänden, von dem er sie spätestens 1501 wieder einlöste, mit neuen Geschützen verlaß und sogar, wie der verstorbene Hofrath v.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 3. März 1899, S. 10, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6392-schloss-thaur-zur-zeit-maximilians-i-und-seine-historische-bedeutung-1899).
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