uud Land. (lieber die neuen Glasgemälde für die Fenster der Hofkirche) hier schreibt man dem „ Boten f. T. u. V ": Mit Befriedigung wird jeder Freund der vaterländischen Kunst und Geschichte erfahren, dass das k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht die Projecte für die Wiederherstellung von Glasgemälden in den Fenstern der k. u. k. Hofkirche zur Ausführung genehmigt hat und das sohin nach jahrelangen, zum Zwecke der Lösung dieser Frage geführten und öfters ins Stocken gerathenen Verhandlungen die Hofkirche in Bälde einen neuen, dem künstlerischen Werte und der historischen Bedeutung des Baudenkmals würdigen Schmuck erhalten wird. Wenn irgendwo, so war es in dieser schwierigen Frage am Platze, zögernder Bedachtnahme und eingehender, langdauernder Studien den Vorzug vor raschen, sich später als übereilt herausstellenden Entschließungen zu geben, obschon der von den angestellten Studien und Proben beanspruchte Zeitraum manchen zu der Meinung gebracht haben möchte, dass auch hier, wie so oft zum Nachtheile der Sache, das Bessere zum Feinde des Guten geworden sei - Gerade aber in diesem Falle führte das Gute zum B. sseren und dieses wieder zum Besten, denn die genehmigten Entwürfe, die unter Mitwirkung des k. k. Conservators Hofrathes Dr. Ritter v. Wieser von der Tiroler Glasmalerei mit selbstlosem Aufwande von Mühe und Zeit ausgearbeitet wurden, tragen in glänzendster Weise allen aus dem historischen und archäologischen Werte des Baudenkmals entspringenden Forderungen Rechnung. Der urkundlichen Ueberlieferung folgend, nach welcher die Fenster der Hoskirche schon im XVI Jahrhunderte mit Glasmalereien geschmückt waren, die neben den Bildnissen Kaiser Maximilian I., Kaiser Ferdinand I. und des Erzherzogs Ferdinand II. zahlreiche Wappen enthielten, kommen in die Bogenfelder der vroß ' ctierten Kunstverglasungen farbenfreudige, von Schildträgern gehaltene Wappen, während di. Fonds von farbigen, reich ornamentierten Bordüren eingefasst werden. In der Inschrift über dem Hauptportale der Kirche, in welcher Maximilian I. der Gründer, Ferdinand I. der Erbauer und Leopold 1. der Vollender der Kirche genannt wird und in dem Umstande, dass Erzherzog Ferdinand II. als Erbauer der silbernen Kapelle als vierter Hauptförderer des hehren und eigenartigen Kunstdenkmals betrachtet werden muss, sah Hofrath Dr. R. v. Wieser einen Fingerzeig, welche Wappen in den Fenstern des das Allerheiligste bergenden Presbyteriums anzubringen seien. Obschon vorläufig nur die vier Fenster des Presbyteriums mit GlaZgemälden versehen werden sollen, die den immerhin bedeutenden Aufwand von 4600 fl. erfordern, so sind doch die Studien für die Fenster der Seitenschiffe bereits abgeschlossen und find es naturgemäß die Landesfürsten der jüngeren tirolischen Regentenlinie von Erzherzog Maximilian dem Deutschmeister bis auf Erzherzog Sigismund Franz, deren Wappen in den Fenstern der Evangelienseile der jetzigen und den künftigen Generationen die ruhmvolle vaterländische Geschichte vor Augen führen sollen. Auf der Epistelseite erhält das eine Fenster das tirolische Landeswappen; in dem zweiten unter besonders günstigen Beleuchtungsverhältniffen gelegenen Fenster soll farbenprächtig das Wappen Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät des Kaisers Franz Josef I. erstrahlen. Stehen auch für letztere Fenster die Mittel derzeit noch nicht zur Verfügung, so lässt der glückliche Anfang doch hoffen ^ dass durch die Munistcenz des zur Erhaltung der Kirche berufenen Religionsfondes bald auch diese sich in würdiger Weise den neuen Presbyllriumsfenstern anreihen werden, or.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. Mai 1899, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6427-genehmigung-der-neuen-glasgemaelde-in-der-hofkirche-nach-langen-1899).
S » am SS. Muuee Aus Stadt und Land. (Kirchenbauverein Mitten.) Am Sonntag, dem Feste der hl. Familie bielt der Wiltener, am 24. October 1897 constituierte Verein für eine im Südwesten dieser sich zusehends vergrößernden …
(Central - Commmission für Kunst und historische Denkmale.) Dem Prow kolle der am 3. März siattgehabten 6. Sitzung der zweiten Section entnehmen wir Folgendes: Das Ministerium für Cultus und Unterricht gibt herab die Ent …
Aus Stadl und Land. (Wiederbeisetzung der Kinder des Erzherzogs Ferdinand II.) Am] 10. ds. wie der.. Bote für Tirol und Vorarlberg " berichtet, in der zwischen dem Presbyterium und dem Grabmale Kaiser Maximilians I. gele …
(Kirchenerweiterung.) Die Pfarrkirche in Kauns, Bez. Pruz, wird vergrößert und ausgebeffert. Der Vergrößerungsbau und die Baureparaturen werden im näherungsweisen Kostenbeträge von 8700 fl. vergeben. …
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