Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
VON TISCHEN BIS ZUR KLAMM

Neues Projekt zur Erreichbarkeit des Felsblockes im Bach wird in Angriff genommen

des Sommers vollendet werden wird. Die Bewilligung zum Anbringen der eisernen Stiege, der Brücke, die zu dem mitten im Bache stehenden großen Felsblocke führen soll, sowie der Einfassung des obersten Randes dieses Sternes hat der Verein bereit von der Grundeigenthümerin dieses Felsblockes erwirkt, der Kostenvoranjchlag ist ausgearbeitet und es ist auch ein tüchtiger Meister gefunden, der die Arbeit bereits begonnen hat. Durch die Ausführung dieses Prvjectes wird wieder ein schöner Punkt in der herrlichen Umgebung unserer Stadt dem Publicum erschlossen; man steht auf dem besagten Steine, der bis jetzt nur von guten Kletterern bestiegen werden kann, mitten in einer großartigen Alpennatur, sieht prächtige Wasserfälle gegen Norden nahe vor sich, hat eine herrliche Aussicht in dar Innthal und auf die im Süden liegenden Höhenzüge und Ortschaften und genießt eine herrliche frische Luft, und dies alles ist bequem auf einen kleinen kaum eine Stunde dauernden Spaziergang über Mühlau zu erreichen. Weiter hat der Ausschuss in seiner letzten Sitzung beschlossen, ähnlich wie das ehemalige Jnnthor, dessen Bild an der Jnnkaserne angebracht ist, auch das Pickenthor am Eingänge in die Sailergasse vom Markigraben aus und das St. Georgenthor am Eingänge in die Herzog Friedrichstraße von der Maria Theresienstraße aus malen und an passender Stelle anbringen zu lassen. Wenn diese beiden Bilder fertig sind, soll dasselbe auch bezüglich des schönen Wappenthums geschehen. Außer diesen Neuherstellungen sorgt der Vereinsausschuss nach bestem Können für Einhaltung des bereits vom Vereine Geschaffenen und ist bestrebt, überall da, wo andere Factoren maßgebend sind, zur Förderung der Annehmlichkeit in der Stadt und deren Umgebung, in geeigneter Weise durch Aufmunterung, Beschwerden, Subventionen rc. einzuwirken. In ersterer Richtung sei erwähnt, dass die Orientierungstafel an der Ecke des Adamhauses, die wahrscheinlich ein Opfer des letzten hefttgen Sturmwindes geworden ist, bereits in Reparatur begriffen ist, dass die Wege sowohl am nördlichen als am südlichen Gelände wieder gangbar hergestellt, die Ruhebänke ausgebessert und aufgestellt, an einigen Orten sogar vermehrt wurden. Der Tisch beim „ Einsiedel am Stein " ( in der Nähe der Hungerburg), der, wie wir seinerzeit berichteten, von muthwilliger Bubenhand zerbrochen wurde, wofür dieselben die wohlverdiente Strafe erhielten, ist in jüngster Zeir neuerdings, diesmal aber gründlicher zerstört und sozusagen vernichtet worden; sogar eine steinerne Bank wurde dort von Wütherichen über den Bühel hinuntergeworfen und nur einigen Arbeitern im Mair ' schen Steinbruch ist eS zu danken, dass diese Bank noch erhalten und wieder an ihren Platz gestellt werden konnte. Möge eS der bewährten Umsicht der Gendarmerie auch diesmal gelingen, dieser Uebelthäter habhaft zu werden und sie empfindlicher Strafe zuzuführen zum warnenden Beispiele für solche mehr böswillige als übermüthiger Buben.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 23. Mai 1899, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6430-neues-projekt-zur-erreichbarkeit-des-felsblockes-im-bach-wird-in-1899).

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