Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BAHNBAU MIT SANDVORTEIL

Vorteile des Bahnbaues nach Jgls und ungeheures Sandlager in Lans

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 12. Juni 1899 · Seite 5
Einige Gedanken über den Bau der Bahn nach Jgls. In Sache des Bahnbaues nach Jgls erlaubt man sich hinsichtlich des Proj ctes Aldrans— Laus — Jgls folgendes zu Gunsten dieser Variante anzusühren: Abgesehen davon, dass die Bahn den Verkehr nach Lans, Sistrans, Aldrans, Rinn — Tulfes und den starken Strom von Fußgängern von Hall über Ampass — Aldrans nur bei Durchführung dieses Projectes zu entwickeln imt) an sich zu fesseln imstande sein nnrd, sind es noch zwei Hauptargumente die für diese Linie sprechen. 1. Wer den Weg nach Lans über Poltenhütte, Waldkapelle macht, dem fällt links ober dieser Kapelle eine zwar sehr unwirtschaftlich bearbeitete aber äußerst ergiebige Sandgrube in die Augen. Jedem Laien im Bausache muss die Reinheit dieses zu allen Arten von Mauern und Berouierungen geeigneten Sandes auffallen. Das Lager scheint zudem fast unerschöpflich zu sein, denn es reicht, rechts ober der Waldkapelle an den Steilabfall des Lanserkopfes ansetzend, zum mindesten 500 Meter weit nach Osten bis unter das Sparbeckerseld hinein und bildet den Höhenrücken zwischen dem sog. alten See — einer großen Wiese links unter dem Lanser - Wege — und dem Abfall des Paschberges gegen Amras hin. Der weitaus größte Theil dieses Sandrückens ist Waldboden und gehört der Gemeinde Lans. Sollte sich nun dieses ungeheure Lager des bestens Sandes nicht in Zukunft für Innsbruck und Jgls im großen rationell ausbeuten lassen? — Schreiber dieser Zeilen erinnert sich nicht sonstwo in der Nähe Innsbrucks ein größeres Sandlager gesehen zu haben, wo man einen zu allen möglichen Zwecken geeigneten Sand ohne Putzen und Werfen einfach abzuladen braucht. Wenn man so manche der jetzt in Ausbeutung begriffenen Gruben betrachtet und an das Materiale der Grube unter den Lanserköpfen denkt, muss einem das Herz wehe thun, dass ein solcher Schatz so lange unbehoben beiden musste.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 12. Juni 1899, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6440-vorteile-des-bahnbaues-nach-jgls-und-ungeheures-sandlager-in-lans-1899).

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