zu einer behaupteten Verlegung des Ortes, umsoweniger zu einer Gefährdung der davon weit abgelegenen Bahntracen führen. Die Behauptung, dass der „ von Alters her berüchtigte Märzenbach, den ' erst einige Jahre früher vom k. k. Forstärar erbauten Weg in den Märzengrund vollständig wegriss ", ist eine starke Uebertreibung und für den Bau der Bahn auch nicht von belang, da die Bahn eben nicht in den Märzengrund gebaut werden soll. Der Märzenbach ist ein Gebirgsbach, welcher sein Geschiebe schon bei der Ausmündung in den flacheren Thalboden ablagert und sonach für die Uebersetzung der Bahn bei seiner Einmündung in den Zlllerfluss keine Schwierigkeiten mehr bietet, während auf der linken Seite der Söll -, Risch -, Finsing und Riedbach mit entsprechend vorgeschoben n Schuttkegeln zu durchqueren sind, von denen besonders letzterer derartige Verwüstungen auf weite Strecken verursacht hat, dass es schwer begreiflich erscheint, ein solches Terrain überhaupt für die Bahntrace aufzusuchen. Die bei der rechtsufrigen Bahn notwendigen f elssprengungen sind unbedeutend und deren osten fallen sicher lange nicht so ins Gewicht, als die Mehrkosten der linksseitigen Bahn. Das Vorgehen der Interessenten für den linksuferigen Bahnbau lässt unwillkürlich den Gedanken aufkommen, dass es ihnen mit dem Bau einer Bahn in das Zillerthal überhaupt nicht vollkommen Ernst ist. War früher nur von einer Normalspurbahn mit Dampfbetrieb die Rede, wollte man später eine solche mit elektrischem Betriebe — nun bezeichnet man die Erreichung einer Normalspurbahn in Nr. 131 der „ Jnnsbr. Nachr. " vom 10. Juni 1899 als etwas „ unter den bestehenden Verhältnissen unmöglich scheinendes " und räth zu einer Schmalspurbahn; es wäre nun nicht ausgeschlossen, dass man auch eine Schmalspurbahn binnen kurzem als etwas „Unmögliches " darstellt. Dass eine Normalspurbahn die Bedürfnisse des Zillerthales besser befriedigen wird, als eine schmalspurige, bedarf wohl keiner längeren Erörterung. Ueber die behauptete Geringfügigkeit der Ümladekosten möge man sich bei bereits bestehenden schmalspurigen Bahnen überzeugen, so beispielsweise bei Stanz in Mittelsteiermark, wo wegen der Ümladekosten sich neben der schmalspurigen Bahn noch ein reger Fuhrwerksverkehr erhalten hat, oder bei der Grinzerbahn bei Steinamanger, welche schon nach zwei Jahren schmalspurigen Bestandes in eine Normalbahn umgebaut wurde. Ist am linken Zillerufer die Herstellung einer Normalspurbahn unmöglich, so möge man doch eine solche am rechten Ufer nicht zu hintertreiben suchen. Die Verbindung einer schmalspurigen Zillerthalbahn mit der schmalspurigen Pinzgaubahn ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Sollte sich eine solche Verbindung einmal ermöglichen lassen, was ja sehr wünschenswert wäre, haben sich die Verkehrsverhältnisse derart gehoben, dass auch die Pinzgaubahn bereits in eine normalspurige umgebaut sein wird. Wenn Herr Dr. Rainer über den Wunsch der Regierung berichtet, dass für eine Zillerthalbahn ein Schmalspurproject ausgearbeitet und zur Durchführung gebracht werde, nimmt es sich etwas sonderbar aus, dass Herr Dr. Tollinger gleichzeitig verspricht, sich seinerzeit bei der Regierun; um eine Unterstützung des Schmalspurbahnprojectes zu bemühen. Die von diesem Herrn gewünschte Einigung beider Parteien dürfte nur dann erfolgen können, wenn das unmögliche linksseitige Project fallen gelassen wird und sich alle Bemühungen auf das Zustandekommen der möglichen rechtsseitigen Bahn concentrieren. Die demnächst in Angriff kommende Tracenaufnahme und Kostenberechnung auf der rechten Seite wird den Beweis erbringen, dass eine normalspurige Bahn auf dieser Seite nur um Weniges theuerer zu stehen kommen wird, als eine schmalspurige am linken Zilleruser und es hat daher Herr Prantl sehr recht, wenn er meint, dass die Gegenpartei gauz energisch gegen eine schmalspurige Bahn auftreten werde. Wir werden unentwegt für unser rechtsseitiges Normalbahnproject eintreten, weil wir wissen, dass dieses das einzig praktische und auch durchführbare ist, und weil wir die Zillerthaler hinter uns haben, mit Ausnahme derjenigen, welche lieber gar keine Bahn wollen als eine rechtsseitige, resp. nur auf einen Straßenbau
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 21. Juli 1899, S. 10, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6469-fuer-die-rechtsseitige-normalspurige-bahn-im-zillerthal-wird-1899).
(Vom Arlberg) wird uns geschrieben: Die durch die Tagesblätter gehende Nachricht, dass man daran geht, im Arlbergtunnel den elektrischen Betrieb zu versuchen, hat hier am Arlberg sehr angenehm überrascht. Besonders vom T …
AusSt. Anton) amArlberg 13. ds. wird uns geschrieben: Zum letzten großen Schneefall am Arlberg sei noch erwähnt, dass diesesmal sich auch das Straßenürar in anerkennenswerter Weife beeilt hat die Poststraße von St. Anton …
(Bahn Verbindung St. Johann — Loser —Reichenhall.) Am 31. December fand im Gasthofe zur Post in Loser eine Sitzung des Salzb urg - Tiroler Actionscomitos für eine Bahnverbindung zwischen Loser — Saalfelden — St. Johann i …
von da über Vill und Lanser - See nach Jgls führen, um in der Nähe des Altwirtshauses zu enden. Die Bahn bekäme nach dieser Trace eine Länge von 8 ' 8 km und hätte im ganzen eine Steigung von 273 - 6 m zu überwinden, die …
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