LS Unterhalttmgs - Blatt. Die Ehe. *) Eö ist eine wunderbare Erscheinung, daß gerade in neuerer Zeit so viele unserer geistig hochstehenden Frauen gegen ein Band protestiren, welches doch am Ende die wenigsten von ihnen entbehren möchten. Wenn der Mann von seinem freieren Standpunkte aus die Sitten dahingegangener zivilisirtec Nationen preist und den Beweis darin zu finden glaubt, daß die Ehe keineswegs von der Sittlichkeit durchaus geboten ist und Staat und Moral auch ohne dieselbe bestehen können. so mag er für fich vielleicht recht haben. Aber wehe der Frau unserer Zeit, wenn diese Ansicht allgemein gültig werden sollte! Für sie würde dies geradezu Degradation in jeder Hinsicht sein, und wir brauchen nur auf den Standpunkt hinzublicken, den die Frauen jener Nationen einnahmen. um diese Ansicht für völlig gerechtfertigt zu halten. Die ganze gesellschaftliche Stellung der Frau, ihre höhere Bildung beruhlegt einzig und allein auf der Familie, mithin auf der Ehe, aus welcher erstere sich entwickelt. „ Die Frau bedarf eines engen Umkreises, einer bürgerlichen Form, ohne deren Blumenstaub diese reinen, weißen Blüthen in den Schmutz des Beetes kriechen. Ein Mann kann ein Weltbürger sein, und wenn er nichts mehr in seine Arme zu nehmen hat, seine Brust an den ganzen Erdball drücken, obgleich er nicht viel mehr davon umarmen kann, als ein Grabhügel betragt; aber eine Wellbürgerin ist eine Riesin, die durch die Erde zieht, ohne etwas zu haben als Zuschauer, und ohne etwas zu sein als eine Rolle! " so sagt Jean Paul mit großer Wahrheit und wenn wir auch keineswegs der Meinung sind, daß das weibliche Glück einzig und allein in der Ehe zu finden sei, so muß doch jedes wahre Frauenherz offen zugestehen, daß eS in deiner höchsten Vollendung nirgends schöner erblüht. Aber es ist gar nicht zu berechnen, wie tief das weibliche Geschlecht ohne diese Institution wieder herabsinken würde, verheirathet oder nicht Gerade die Grenze des modernen Familienlebens garantirt der Frau ihre freieste Entwickelung; sie ist beschränkt und doch nicht abgesperrt, Gattin und nicht Sklavin, und so können wir uns keine andere Position denken, welche sie dem Manne so vollkommen ebenbürtig und frei zur Seite stellte. Es ist ein Jrrthum, anzunehmen, daß die gesteigerte Bildung der Frau sie selbst über die Ehe hinaus emanzipiren könnte, ohne das dadurch der zarteste Hauch ihres Wesens hinweggewischt würde.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 22. Jänner 1859, S. 9, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/663-ueber-die-bedeutung-der-ehe-fuer-die-stellung-der-frau-in-der-1859).
Am 31. Dez. wurde in Mais bn Meran die Freifrau Krescenz von Federspiel, im Vintschgau gemeinhin „ die Gnädige von Mals " genannt, zur Erde bestattet. Sie hmtcrlaßt ein Vermögen von 400,000 fl., an Barschaft 8000 fl -, a …
4 Uhr Nachmittags. Nachdem der beabsichtigte Ankauf des Servitenklosters an der Volderer Brücke durch die ehrw. Frauen Salesianerinnen von Beuerberg von Seite der General - Obern in Rom keine Bestätigung erlangt, so habe …
Gestern Nachmittag wurden unter höchst zahlreicher Leichenbegleitung bic Uebmefie des am 27. v. M. verstorbenen Hrn. Jos. Erler,. Magistratsratb, Besitzer des Gasthauses „ zum gr. Bären " rc. zu Grabe getragen. — In Wil …
Generalität, der einstigen tapferen Genossen Haspingers — der nunmehrigen Veteranen, fand dessen feierliche Bestattung gestern Vormittags 10 Uhr in der Hofkirche, in welcher die Schützenkompagnien der Hauptstadt und der …
Grundlegende Richtung (Blattlinie):
Wissenschaftlich-historische Dokumentation und digitale Erschließung gemeinfreier historischer Pressetexte aus dem Raum des historischen Tirols.
1. Grundsatz: Die Nutzung von chronik.fontes.at ist ohne Registrierung möglich. Es werden keine Werbe- oder Analyse-Tracker und keine Marketing-Cookies eingesetzt.
2. Server-Betrieb: Beim Aufruf der Website werden technisch notwendige Verbindungsdaten (IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderte Ressource) kurzzeitig auf unserem europäischen Server (Hetzner Online GmbH, Deutschland) zur Betriebssicherheit verarbeitet (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
3. Externe Faksimile-Einbindung (IIIF): Beim Öffnen der Original-Zeitungsseite lädt Ihr Browser Bildkacheln direkt vom IIIF-Bildserver der Österreichischen Nationalbibliothek (iiif.onb.ac.at) bzw. verweist auf die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
4. Betroffenenrechte: Auskunfts- und Löschungsanfragen richten Sie jederzeit formlos an die im Impressum genannte Kontaktadresse.
Historische Zeitungstexte: Sämtliche wiedergegebenen Originalartikel entstammen historischen Zeitungsausgaben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere den Innsbrucker Nachrichten, 1854–1913) und sind urheberrechtlich gemeinfrei.
Digitalisate & OCR-Grundlage: Die digitalen Faksimiles und Volltextgrundlagen basieren auf den Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB Tirol) sowie von ANNO – AustriaN Newspapers Online (Österreichische Nationalbibliothek).
Die Tiroler Zeitungschronik bewahrt den authentischen Wortlaut und die historische Rechtschreibung der Originalquellen vor und nach der II. Orthographischen Konferenz von 1901.
Um die historischen Spaltentexte digital zugänglich zu machen, erhält jeder Originalartikel redaktionell eine Hauptüberschrift im zeitgenössischen Chronikstil des 19. Jahrhunderts sowie eine moderne Dachzeile zur raschen thematischen Orientierung.
Bitte zitieren Sie stets die zugrunde liegende historische Originalausgabe mit Erscheinungsdatum und Seitenzahl, ergänzt um den Permalink der Chronik:
Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
Sie haben einen OCR-Lesefehler im historischen Fraktursatz entdeckt oder möchten auf einen bemerkenswerten Zeitungsbericht hinweisen?
Schreiben Sie uns gerne an redaktion@fontes.at unter Angabe des Erscheinungsdatums oder des Artikel-Direktlinks (#artikel=...).
✎ Korrektur-ModusKlicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel|
Gesammelte Änderungen in Tabelle article_edits
Diese Korrekturen sind in der Zwischen-Tabelle gespeichert. Mit Klick auf „Jetzt in Live-DB schreiben“ werden sie atomar in chronik_events_live.db samt Volltextindex übernommen.