Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WASSERKRAFT MIT TURBINEN UND TRÄUME

Drei Projekte zur Ausnützung der Achstürze in Tumpen für elektrische Kraftgewinnung

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 11. September 1900 · Seite 4 · #Elektrizitätswerke
Seine Augen glitten suchend durch den Saal, ohne ikdoch. wie es schien, das Erwartete zu finden. nossen in Oetz nnd das dritte von Andreas Marberger und Genossen in Umhausen. Das erste Project beruht auf der Ausnützung der beiden Achstürze bei Tumpen und plant den Einbau eines Wehres oberhalb des ersten Achstnrzes. An die erste Anlage schließt sich eine zweite ganz gleichartige zur Gewinnung der Wasserkraft des zweiten Achstnrzes. Im Turbinenhans der ersten Anlage ist die Aufstellung von 12 Turbinen und in der zweiten Anlage die Aufstellung von 9 Turbinen geplant. Man hofft dadurch in der ersten Anlage 8000 Hk und in der zweiten 5244 Lk an elektrischer Kraft zu gewinnen. Jakob Michael Mayer beabsichtigt die zu gewinnende Kraft für zwei Accumulatorenfabriken zu verwenden, welche den elektrischen Betrieb der k. k. Staatsbahn auf der Strecke Innsbruck— Bregenz und den Betrieb mehrerer Transportunternehmungen mit Motorwagen ermöglichen sollen. Auch beabsichtigt er zu Beleuchtungszwecken und an industrielle Unternehmungen Elektricität abzugeben. Im ProjecLe des Tobias Haid und Genossen wird der Einbau des Wehres unterhalb der ersten Straßenbrücke nächst Tumpen in Aussicht genommen, von wo das Wasser durch einen gemauerten Stollen zum Turbinenhaus, in welchem 8 Turbinen ihre Aufstellung finden sollen, geleitet wird. Die Unternehmer hoffen durch die Anlage 3250 — 13000 Uk an elektrischer Kraft zu gewinnen. In diesem Projecte wird als Zweck der Elektricitätsanlage der Betrieb einer Kleinbahn in das Oetzthal, die Beleuchtung von Oetz und eventuell der umliegenden Gemeinden und die Abgabe von elektrischer Kraft für industrielle und landwirtschaftliche Betriebe, sowie zur Steinverarbeitung angeführt. Das dritte Project, das des Andreas Marberger und Genossen beabsichtigt in ähnlicher Weise wie das erste in zwei getrennten Anlagen die Ausnützung der beiden Achstürze unter Aufstellung von 9 Turbinen im oberen und 6 Turbinen im unteren Turbinenhause. Die zu gewinnende Gesammtenergie soll ungefähr 13600 Uk betragen und zum Betriebe einer elektrischchemischen Fabrik und zur Abgabe von Licht und Kraft dienen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 11. September 1900, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6636-drei-projekte-zur-ausnuetzung-der-achstuerze-in-tumpen-fuer-1900).

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