Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
FORSCHER ENTSCHLÜSSELT TIROLER SEEGEHEIMNISSE

Limnologische Studie über die Seen am Resche–Scheideck von Prof. Dr. Job Müllner

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 5. Dezember 1900 · Seite 2 · #Seen
Die Seen am Resche « Scheideck. (Nachdruck verboten.) Vaterlandskunde, soweit sie nicht rein historisch ist, wird bei uns in neuerer Zeit sehr spärlich, zumeist von Fremden auf eigene oder auf Kosten wissenschaftlicher J ' stüute und Stiftungen betrieben Das Land hat angeblich hiefür keine Mittel. Wer das Geld dazu hat, wocheu und monatelang im Lande hecumzuwandern oder sich irgendwo festzusetzen, sich Instrumente und Hilfskräfte zu verschaffen und so einer das Land betreffenden Frage zuleibe geht, mag es Lhun; wir nehmen — vielleicht mit Dank — davon Kenntnis. Wir leben nicht in der Schweiz, die jährl ch bedeutende Summen für die naturwissenschaftliche Erforschung des Landes und — uns kaum begreiflich — auch für rein wissenschaftliche Fragen aurwirft. Diese und die daran sich nothwendig knüpfende Reihe von Gedanken — die wir unterdrücken — kamen uns, als wir die im Titel dieser Zeilen angezeigte Arbeit in die Hand erhielten. Mit großem Fleiße sind hier von allen Seiten die zahlreichen Daten zusammengetragen, besonders solche, welche das außerordentlich schätzenswerte hydrographische Bureau liefert, und mit mühevolle » und kostspieligen *) Eine limuologifche Studie von Prof. Dr. Job Müllner in Wien. Geograph. Abhandlungen, heransgeq. von Prof. Dr. A. Penck. Bd. VII. Hst. 1, gr. 8 ^, 4L S. und 4 T2n. Wien. Ed. Höl. rel 1900. eigenen Beobachtungen verbunden, um hieraus ein Bild sämmtlicher geographischer und physikalischer Verhältnisse der genannten Seen zu erhalten, aus dem sich ein Schluss aus ihre Bildungsweise ziehen lässt. Heben wir einige der wichtigsten Ergebnisse hervor. Das erste Capitel beschäftigt sich mit der Lage der Seen. Die alte Querfurche von Reschen - Scheideck hatte vor der großen Vergletscherung ein vom gegenwärtigen abweichendes Aussehen. Der Rojenbach dürste als Oberlauf des heutigen Stillebaches zum Inn abgeflossen sein. Der Karlinbach floss, sein Gefälle im Langtauferer Thale auch in der Etsch halsurche ungefähr beibehaltend, also ties unter der heutigen aufgeschütteten
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 5. Dezember 1900, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6682-limnologische-studie-ueber-die-seen-am-resche-scheideck-von-prof-dr-1900).

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