Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WILDGEWINST MIT SCHÄLEN-RECHNUNG

Schadenersatzforderung der Reuttener Gemeinde gegen bayerische Hofjagdintendanz

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 20. Februar 1901 · Seite 4 · #Wildschäden
Gerade sem Beispiel zeigt, dass ein Dichter, der ein echtes Stück unseres Volkslebens zu fassen und zu gestalten vermag. selbst bei erheblichen Mängeln seiner Werke durch Jahrhunderte sorttebt und fortwirkt. dem unteren Ende des Plansees ( 2 ^ Gehstunden von Reutte entfernt), um dem interessanten Schauspiele einer H rschfütterung beizuwohnen. Schon gegen 5 Uhr abends wechselten die Hirsche und Tviere theils einzeln, theils in größeren Nudeln zum Futterplatze. Schließlich konnte man da circa 120 Stücke, darunter einzelne capitale Recken, zählen, welche unter gegenseitigen Neckereien das in reichlicher Menge für sie bereitstehende Futter ( Heu und Türken) verzehrten. Die wenigsten dieser Thiere sind jedoch eigentliches Standwild; sie ziehen nur in der rauhen Jahreszeit aus der schattigen Gegend von Hohenschwangau in die sonnigen Berghänge am Plansee. Für den Schaden, welchen dieses Wild im vergangenen Frühjahre an den Bäumen im Ammerwalde durch sogenanntes „ Schälen " verursacht haben soll, verlangt die Marktg meinde Reutte von der königl. baierischen Hofjagdintendanz, welche die Jagd der Gemeinde Reutte gepachtet hat, einen Schadenersatz von 5000 Mark.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. Februar 1901, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6736-schadenersatzforderung-der-reuttener-gemeinde-gegen-bayerische-1901).

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