Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
HOFER ALS THEATERSCHAUSPIEL

Frühlingliche Idylle und Andenken an Andreas Hofer in den Bergen Tirols

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 13. Juni 1901 · Seite 2 · #Spinges 1797
Wittek bekannt, dass er die Ver- Feuilleton. Andre Hofer. Schauspiel in vier Aufzügen von Franz Kranewitter. (Oesterreichische Verlagsanstalt, Linz, Wim, Leipzig.) Die vielen lichten Tage des Frühjahrs breiten eine selten weiche und träumerische Schönheit über die Stadt. Indes sich der Wind an den Hängen der dunkeln Berge bricht, zwitschern in dm Gärten schon die Vögel und der Frühling hat die ersten blassen Blüten an die Bäume gesetzt. Der dichte Waldbestand, der sich bis zur Höhe des Berg Jsels erstreckt, ist an seinen schattigsten Wegen noch beschneit, aber droben vom Pavillon reicht der Blick auf die im Sonnenlicht erglänzende Landschaft. Die Nordkette der Alpen streckt ihre Gipfel und Zacken in die blaue, klare Luft und drunten liegt die Stadt. Man hört nichts vom Lärm des Tages, dort weht der Rauch der Trambahn um die steilen Dächer und nur der schrille Pfiff des Zuges, der zum Brenner eilt, durchbricht die Stille des sonnigen Morgens. Da knarren Schritte über den Kies. Es sind Fremde, die vor dem Standbild Hofers innehalten. Die vierschrötige derbe Bauerngestalt steht in trotziger Kraft auf dem Sockel. Die Linke hält die Fahne fest an die Seite gedrückt, während die Rechte gebieterisch in das Thal weist. Auf diesem heißen, blutgedüngten Boden erschollen die Commandorufe des Sandwirtes, von den Abhängen krachten die Geschütze und donnerten die Felslawinen. Es war eine Befreiung, ein jauchzender Sieg des schlichten Tiroler Bauern, der Plötzlich und mit seltener Kraft in die Weltbeschichte getreten war. Dann das Ende: Die Winkelzüge einer engherzigen Politik, Verrath, Gefangenschaft und Tod. In der schicksalsschweren Tragödie, die das Leben Andreas Hofers zeigt, mögen die Hellen Siegestage die auffallendsten Marksteine der Geschichte bilden. Das langsam heranschleichende Ende aber, das sich in seiner reinen und
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 13. Juni 1901, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6800-fruehlingliche-idylle-und-andenken-an-andreas-hofer-in-den-bergen-1901).

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Innsbrucker Nachrichten · 28. Mai 1900 · S. 5 · Andreas Hofer & Gedenkjahr 1809

(Die Oppacher - Feier in Jochberg) vollzog sich gestern bei günstiger Witterung unter außerordentlicher Theilnahme des ganzen Unterlandes von Kufstein bis Brixlegg, Söttand, Leukenthal, Pillersee und sogar von Bromberg i …

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