E 10 7 Schläfer. Die Gewerbeinspekloren über das Wirtschaftsjahr 1901. In dem nun vorliegenden „ Berichte der Gewerbeinspektoren über ihre Amtstätigkeit im Jahre 1901" gibt uns Zentralgewerbeinspektor Hofrat Muhl auf Grund der in den Einzelberichten niedergelegten Wahrnehmungen in der Einleitung in großen Zügen eine Darstellung der wirtschaftlichen Entwicklung der diesseitigen Reichshälfte im abgelaufenen Jahre, die leider nur wenige erfreuliche Momente hervorheben kann. Die Einzelberichte sind, wie Hofrat Muhl ausführt, nahezu gleichlautend bezüglich des schlechten Geschäftsganges, der sich im Berichtsjahre in den meisten Industriezweigen fühlbar machte und naturgemäß auch schädigend auf die wirtschaftliche Lage der Arbeiterschaft zurückwrrkte. In vielen Unternehmungen der Großindustrie wurde durch Verkürzung der Arbeitszeit, durch zeitweilige Unterbrechung des regelmäßigen Betriebes oder durch Reduktion der Arbeitslöhne der Verdienst der Arbeiter geschmälert oder durch Entlassungen ein mitunter bedeutender Teil der Arbeiterschaft der betreffenden Unternehmungen arbeitslos. In mehreren Ländern wurde die mißliche Lage der Industrie noch durch Elementarereignisse verschärft. Der Berichterstatter in Graz klagt über zahlreiche Betriebsunterbrechungen infolge von Fabriksbränden, Wasserkatastrophen und Explosionen; in Vorarlberg wuroen mehrere Fabriksanlagen durch Hochwasser im August 1901 stark beschädigt und auch der Gewerbeinspektor von Triest bespricht die ungünstige Wirkung der großen Überschwemmungen im Gebiete von Gradisca. Durch den Einsturz einer Brücke mußte beispielsweise der Betrieb einer großen Floretseidenspinnerei bei Sagrado wochenlang eingestellt bleiben. An einzelnen Orten fehlte es überhaupt an Arbeitsgelegenheit. Am empfindlichsten von dem schlechten Geschäftsgänge scheint die Metallverarbeitung und die Maschinenindustrie getroffen worden zu sein, denn alle Berichterstatter, in deren Aufsichtsbezirke diese Industrien stärker vertreten sind, klagen einstimmig über den starken Rückgang derselben. Im Potizeirayon Wien, sowie in Niederösterreich, dann in Prag, Reichenberg, Pilsen und Troppau mußten in den meisten Maschinenfabriken Betriebseinschränkungen, oft aber auch umfangreiche Entlassungen von Arbeitern und Beamten durchgeführt werden. Eine Blechfabrik mit 120 Arbeitern im Leobener Aufsichtsbezirk, in welchem überdies eine Reihe von
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. Juli 1902, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7034-schlechter-geschaeftsgang-und-arbeitsnot-in-der-industrie-im-jahr-1902).
Der Vorsitzende Mößl ersucht nun um Bekanntgabe von Namen für die Candidatenliste und brachte dieselben sodann zur Verlesung. Für den I. Wahl - ' körper der Handelssection wünschte die Versammlung nachfolgende Herren: 1. …
( Vergl. die Erklärungen auf Seite 6.) (Der Bienenzüchter - Centralverein für Deutschtirol) hielt am 11. ds. in Innsbruck seine 9. Generalversammlung ab. Sie war erfreulicherweise sehr stark besucht; unter den Theilnehme …
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