(Beschädigtes Geld.) Gegenwärtig sind in Innsbruck neuerdings Einkronenstücke im Umlaufe, deren Randung auffallende, ziemlich tiefe Einkerbungen, sechs bis acht an der Zahl, aufweist. Dieselben sind mit einer kittähnlichen, fettig anzufühlenden weißen Masse ausgefüllt. Vor Annahme solcher mutwillig beschädigter Kronenstücke muß eindringlich gewarnt werden, nachdem durch einen Finanz - Ministerial - Erlaß die zum Verwechslungsdienste berufenen Kassen verpflichtet sind, jede in der oben angeführten oder auf irgend eine andere Weise boshaft beschädigte Scheidemünze der Kronenwährung durch Einlöcherung, ohne einen Ersatz zu leisten, zu entwerten. Die Parteien werden daher wohl daran tun, bei Empfangnahme von Einkronen -, aber auch Zwanzig -, Zehn und Einhellerstücken genau darauf zu achten, ob dieselben nicht mutwillig beschädigt sind. Die eingangs berührte Beschädigung der Einkronenstücke tritt so vielseitig auf, und es ist so eigenartig, daß man vergebens nach der Ursache derselben forscht; ein eventueller Metallgewinn, der durch eine solche Substanzentziehung erzielt werden wollte, ist so geringfügig, daß sich die Arbeit wohl gar nicht lohnen würde. Es müssen daher andere verwerfliche Motive den Münzschänder zu dieser Tat veranlaßt haben. — Bei diesem Anlasse sei auch aus die rasche Abnützung der Banknoten zu 10 und 20 Kronen hingewiesen, was zum Teile eine Folge der fortwährenden Zirkulation dieser Noten ist. Es läßt sich jedoch nicht leugnen, daß vielfach auch die Sorglosigkeit, mit der diese Noten von vielen Leuten behandelt werden, Schuld an der raschen Abnützung und gänzlichen Unbrauchbarmachung derselben ist. Es wäre wünschenswert, wenn sich der Ordnungssinn der Bevölkerung auch nach der Richtung hin bemerkbar machen würde, daß insbesondere das Zerknittern und oftmalige Brechen (Zusammenlegen) der Noten, das oft ekelerregende Beschmutzen derselben tunlichst vermieden würde. Schließlich ist es doch Nie Bevölkerung selbst, die unter solchen Geld - Verhältnissen zu leiden hat.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. November 1902, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7116-mutwillige-beschaedigung-von-einkronenstuecken-in-innsbruck-und-1902).
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