welcher Personalien zur Behandlung kamen. Die Majoliken der Hußl ' schen Fabrik in Schwaz auf der Weihnachts - Ausstellung des Gewerbe- Vereines in Innsbruck. Zum erstenmale präsentiert sich die Weihnachtsausstellung des Gewerbevereines in den prunkvollen Räumen des. Handelskammerpalastes. Das prächtige Milieu bildet übrigens einen würdigen Rahmen für die zur Schau gestellten mannigfaltigen Objekte tirolischer Kunstfertigkeit und heimischen Fleißes. Unter ihnen nehmen auf dem Gebiete der Keramik die Erzeugnisse der Hußl ' schen Tonwarenfabrik in Schwaz nicht nur einen hervorragenden, sondern den ersten Rang ein, sowohl M Hinblick auf tadellose technische Ausführung, wie auf den erlesenen Geschmack der Entwürfe. Wer seit Jahren die Leistungen der Hußl ' schen Fabrik verfolgt hat, wird siöy über die künstlerischen mch technischen Fortschritte des Unternehmens Denen, insbesondere begrüße ich es aber, daß in Mr Formen und Zeichnungen die fremden Motive Duner mehr verschwinden, um heimischer Art und Eigenart die führende Rolle zu überlassen. Auch diese Industrie schlägt nun im üppigen Boden des Volkstümlichen ihre Wurzeln und hat sich vom bloßen Nachmachen zum Machen, vom Anem- Pfinden zur Originalität emporgearbeitet. Selbst da, wo der fremde, z. B. orientalische, romanische oder auch slavische Einfluß nicht ganz zu tilgen war, ist zum mindesten eine so wohlgelungene Übersetzung des Motivs in deutsches Empfinden erfolgt, ein so kräftiges Durchdringen mit heimischem Geiste, daß es völlig aus der Auwelt mitgeborener Verhältnisse entsprungen scheint. Dadurch gewinnt die Schwazer Keramik etwas anheimelnd Trauliches und verbindet mit der Behaglichkeit des Großväterhausrates noch den Reiz des Modernen. In diesen Zeilen möchte ich speziell jene Arbeiten in Blaumalerei oder auch bunter Ausführn i r bervorbeben, die man wegen der Anlehnung an den typisch nationalen Stil Nordtirols und die anmutige Betonung des bäuerlichen Geschmakkes etwa als Nordtiroler Bauernmajolika bezeichnen könne. Sämtliche Objekte sind unter der Glasur bemalt, erst nach erfolgter Bemalung werden sie in die Glasur getaucht und dann gebrannt. Da aber das seinsandige Gefüge des rohen Materials ( Steingut) die Farbe wie Fließpapiere aufsaugt, so ist einerseits die künstlerische Ausführung von einer besonderen Pinseltechnik abhängig und andererseits sind Korrekturen ausgeschlossen. Darum muß jeder Strich sitzen, sobald er einmal aufgetragen ist, muh flott und sicher hingeworfen sein mit breitem Pinsel; hiedurch gewinnt die Darstellung an ursprünglicher Kraft und verbindet mit dem Vorzug des ulla prima, eine feine dekorative Wirkung, die noch durch den warmen Ton in der Glasur gehoben wird. Die Maltechnik fordert schon an sich und mit zwingender Notwendigkeit eine recht flotte Stosfbehandlung heraus, ohne ans besondere Ausführungsschwierigkeiten zu stoßen; daher ist es möglich, diese Majoliken nicht nur künstlerisch eindrucksvoll, sondern auch billig herzustellen und in den Handel zu bringen. Eine der Hauptaufgaben der Fabrik mußte zunächst darin bestehen, mannigfaltige, besonders volkstümliche Motive zu sammeln, für keramische Zwecke entsprechend zu transponieren und der technischen Eigenart anzupassen. Dieses Problem hat I. Tapper, Professor an der Staatsgewerbeschule in geradezu genialer Weise gelöst und hiedurch das Schwazer Unternehmen veranlaßt, seine Erzeugnisse dem Volksgeschmacke in solch künstlerischer Weise anzupassen, daß der Umfang des Absatzgebietes keine Einbuße erleidet. Vorzugsweise sind es die neuen zeichnerischen Motive, welche das Interesse für Schwazer Steingut lebendig machen, aber auch neue Formen wurden den bisherigen zugefügt, wie z. B. Schreibzeuge, dreieckig und herzförmig, in bläulicher Ornamentierung oder Fruchtnachbildungen in blaubemalter Majolika, als Bonbonieren verwendbar. Krüge mit religiösen Monogrammen, blau und bunt, ferner Speiseteller, bunt mit Rosen, Tulpen rc. in naiver Ausführung, sind eigentliche Reminiscenzen an Ländliche Großvätersitte und ergänzen organisch das Inventar jedes Bauernhauses. Ganz besonders reizend finde ich eine reichhaltige Serie von Untertassen und Speisetellern nrit Motiven verschiedensten Genres —
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 22. Dezember 1902, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7137-bemerkenswerte-keramikproduktion-der-hussl-schen-fabrik-in-schwaz-1902).
(Ein Friedrich List - Denkmal in Kufstein.) Aus Kufstein wird uns geschrieben: Dem großen deutschen National - Oekonomen Friedrich List soll an der Stelle, wo er 1846 in den Tod gieng, ein Denkmal gesetzt werden. Zu dies …
(Das Denkmal bei dem Klarerhofe) ist in einem derartigen miserablen Zustande, dass es nachgerade schon ein Scandal ist. Die Inschrift auf demselben ist so verwittert und verwaschen, dass sie vollständig unleserlich ist. …
Stadl. (Vom Kriegerdenkmale in der Sachsenklemme.) Die Arbeiten für dieses Denkmal schreiten rüstig vorwärts. Der Grund zu demselben wurde schon im Herbste des Vorjahres herausgemauert. Die Aufstellung des überaus mächti …
(Lutterotti - Denkmal in Imst.) Aus Imst erhalten wir folgendes Schreiben: Am 16. Februar 1902 waren es 109 Jahre, dass Karl v. Lutterotti das Licht der Welt erblickte. Welcher Tiroler kennt nicht den gemüth und humorvol …
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