D. Jsabella. Ein Jubiläum der Innsbrucks Nachrichten. In festlicher Stimurung treten wir heute vor unsere Leser. Die Innsbrucker Nachrichten beginnen mit dieser Nummer ihren 50. Jahrgang, feiern also den Einzug in das Jahr, mit dem sie das erste halbe Jahrhundert ihres Bestehens beschließen. An einem so denkwürdigen Markstein der Zeit, wie ihn der Abschnitt eines halben Säkulums bildet, wendet sich der Blick vor allem zurück Ln die Vergangenheit und ruht darauf mit Befriedigung und Freude oder mit Wehmut, vielleicht auch mit Selbstanklagen und schmerzlichen Gefühlen, je nachdem die Erinnerungen sind, die da geweckt werden, der Inhalt ist, der diese Vergangenheit erfüllt und der Erfolg, den die Jahre der Arbeit gezeitigt haben. Wenn mir heute das Jubiläum der Innsbrucker Nachrichten mit freudigem Herzen feiern, so dürfen wir das wohl tun, weil wir mit Genugtuung und berechtigtem Stolze auf die Vergangenheit zurückschauen können und nichts weniger als Müdigkeit oder gar ein Anflug von Altersschwäche, sondern frischer Mut und Tatkraft für den weiteren Aufstieg zur Höhe das ganze Unternehmen durchdringt. Am 25. Jänner 1854 sind die Innsbrucker Nachrichten zum erstenmale hinausgeslattert — ein kleines Blättchen von acht Seiten in Oktav, wie sie in getreuer Nachbildung unserer heutigen Nummer beigelegt sind. Ein noch jetzt in unserer Expedition Angestellter, Peregrin Riedmüller, wirkte damals bei der Drucklegung der ersten Nummer als „ Einleger " mit. Die tägliche Auflage war anfangs nicht groß — sie bestand in 800 Exemplaren — und auch zu acht Seiten Stärke kam es nur vor Sonn und Feiertagen; sonst war der ganze Inhalt, Text und Annoncen, durchschnittlich auf vier dieser kleinen Seiten untergebracht. Politische Ereignisse konnten — das österreichische Zeitungswesen stak ja damals überhaupt noch so ziemlich in den Kinderschuhen — nur kurz gestreift werden und man mußte sich mehr ans die Mitteilung der wichtigsten Vorgänge Ln Stadt und Land in sehr gedrängter Form beschränken. Das kleine Blättchen fand aber eine sehr günstige Aufnahme; es dauerte nicht ein Vierteljahr, war die Auflage bereits auf das Doppelte gestiegen. Das Geschäft führte im Namen der Witwe des im Jahre 1852 verstorbenen Besitzers der Wagnerischen Druckerei der Geschäftsführer Eberhard Hauschild. Im Jahre 1859 ging die Leitung und 1666 das Eigentum an den ältesten Sohn des Dahingeschiedenen, Anton Schumacher, über. Die Innsbrucker Nachrichten gestalteten sich nun im Lause der Jahre stetig aus, textlich wie auch in Bezug auf den Annoncenteil, sie drangen immer weiter in die Kreise, die auf strenge Unparteilichkeit, die leidenschaftslose Behandlung der allgemeinen Tagesfragen und die ausrichtige Teilnahme an dem Wohl und Wehe unseres Volkes Wert legten, und wurden schließlich sozusagen zum Familienblatt der Bewohner Innsbrucks und seiner näheren und weiteren Umgebung. Mit den großen Wandlungen der Zeit, mit dem sich steigernden Interesse der Bevölkerung an allem, was das öffentliche Leben bewegt, erweiterte sich nach und nach der Rahmen unserer Zeitung, die längst schon über die anfängliche Seitenzahl hinausgewachsen war, und da auch die Wichtigkeit und Bedeutung des Jnserierens in einem verbreiteten Blatte immer mehr erkannt wurde, zeitweise zu einem förmlichen Buche anschwoll. Nach dem Brande am 22. Jänner 1888 im Hanse Nr. 6 in der Pfarrgasse, wo sich bisher die Wagnerische Univ. - Buchdruckerei befunden hatte, erfolgte die Übersiedlung derselben und damit die der Innsbrucker Nachrichten in das jetzige Gebäude in der Erlerstraße. Hier fand nun im Jahre 1891 die erste Vergrößerung des Formates des Blattes auf Großoktav statt, an dessen Stelle 1896 wiederum ein vergrößertes, nämlich Großquart, trat. Am 1. Jänner 1898 übernahm die Wagnerische Universitäts - Buchdruckerei der jetzige Besitzer Eckart von Schumacher, unter dem sich die Innsbrucker Nachrichten so weiter entwickelten, wie sie jetzt vorliegen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 2. Jänner 1903, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7142-festlicher-eintritt-in-den-50-jahrgang-der-innsbrucker-nachrichten-1903).
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(Die „Innsb r u cker N a ch ri ch t e n ") vom letzten Samstag erforderten einer: Papierstreifen in der Länge von 56. 560 m - - - - - 561/3 Um von einem Ende dieses Streifens bis zum andern Ende zu gelangen, würde man im …
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Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
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