Gin berühmter Pitztaler. Pon M. Hechfellner. Im Jahre 1666 machte ein gebürtiger Tiroler, Georg Matthäus Bischer, damals Benefiziat zu Andrichsfurt, einem kleinen Psarrdorfe bei Nied im heutigen Jnnviertel Oberösterreichs, welches jedoch damals in weltlicher Beziehung zum KnrfürftenLnme Bayern und in geistlicher zum Bistum Passau gehörte, den Ständen des Landes ob der Enns den merkwürdigen Antrag, ihnen eine genaue Karte des Landes Oberösterreich und eine sogenannte Topographie, d. h. eine Sammlung von Kupferstichen mit Abbildungen aller Städte, Burgen und Klöster dieses Landes liefern zu wollen und erbat sich hiezu die entsprechende Unterstützung. Der zweite Teil des Anerbietens, nämlich so zahlreiche bildliche Darstellungen größeren Umsanges auszuarbeiten, war vollständig neu, aber auch der erste Teil, Nämlich durch eigene Vermessung ein Landgebiet von mehr als 9000 Quadratkilometern aufzunehmen und kartographisch zu vervielfältigen, Mar ungewöhnlich genug, wenn man bedenkt, daß zu dieser Zeit an Vorarbeitnngen sür ein derartiges Werk so gut wie gar nichts vorhanden war und fünfzig Jähre früher sogar «hier der größten Denker, Johannes Kepler, als die Stände mit ihm wegen Herstellung einer Karte verhandelten, der naiven Ansicht war, zu solchem Zwecke brauche man das Land nicht eigens zu bereisen, sondern es genüge, „ wenn man nur die Botten und Baurn oder jedes Orts Jstwohner allhie ( d. i. in Linz) aussrage; denn also seind die maiste Mappen bis dato gemacht worden. " Die läirgeren betreffs dieses Anerbietens getroffenen Verhandlungen wurden endlich zum Abschluß gebracht, die Stände stellten unserem Bischer, der inzwischen Pfarrer zu Leonstein bei Steher geworden, ein Patent aus, in welchem alle geistlichen und weltlichen Obrigkeiten des Landes aufgesordert wurden, dem Geographen bei der Vermessung alle Unterstützungen und den nötigen Schutz angedeihen zu lassen. Mit staunenswertem Eiser ging nun der Priester an seine Arbeit und überreichte bereits im Februar des nächsten Jahres den Ständen das Original seiner Karte und zwei Bände der Topographie, für welche beide Werke er auch von Kaiser Leopold I. ein Privilegium zum Schutze gegen Nachdruck erhielt. Die Karte wurde 1669 zu Augsburg gestochen und trägt den ( lateinischen) Titel: Geographische Beschreibung des Erzherzogtums Oberösterreich, angefertigt 1667, und am untern Rande die, gleichfalls lateinische, Bemerkung: Diese Provinz hat
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. Juni 1903, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7262-ehrenwerte-leistung-eines-tirolischen-geographen-aus-dem-17-1903).
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