Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
SCHNEEMANDEL UND NEUE STRECKE

Skiwettrennen am Arlberg trotz Schneemangel in veränderter Trasse durch Neißbachtal

Sport. (Ski Wettrennen am Arlberg am 5. und 6. Jänner.) Von St. Anton am Arlberg wird uns geschrieben: Obwohl durch volle 6 Wochen kein Schnee gefallen und infolge des stets klaren Wetters die Schneedecke stark zusammengeschmolzen ist, so steht es doch heute schon fest, daß sämtliche Schneeschuhwettläufe am Arlberg und bei St. Anton am Arlberg stattsinden können. Der Fernlauf geht jedoch, da infolge der Witterungs und Schneeverhältnisse im ganzen Arlberggebiet absolut keine Lawinengefahr besteht, teilweise in einer von der ursprünglichen Trasse abweichenden Strecke vor sich, um die im Vorjahre projektierte sehr schöne Ävfahrt durch das vom Arlensattel gegen Osten sich öffnende Neißbachtal einerseits zu gewinnen und um andererseits die Arlbergstraße gar nicht benützen zu müssen. Diese ist nämlich infolge des nicht geahnten starken Besuches von Skiläufern in den verflossenen Feiertagen so stark verfahren, daß auf der ganzen Strecke nicht ein Fleckchen Schnee unbetreten ist. Die sonst in 11 Minuten Zu durchfahrende Gefällsstrecke von oben bis nach St. Anton herunter, kann jetzt kaum mehr in 30 Minuten durchlaufen werden. Ähnliches betrifft zum Teil das Gebiet um die Ulmerhütte. Auch dort ist die ganze Umgebung wie ein Exerzierplatz niedergestampft. Dasselbe findet man übrigens auch in anderen Lagen an: Arlberge und ganz besonders auf den Wiesen St. Antons. Tausende und Abertausende von Linien führen kreuz und quer über die Felder und vielfach " ist kaum ein Quadratmeter großer Schneeplatz unberührt. Durch Verlegung der Trasse für den Fernlauf in das Neißbachtal ist eine noch fast vollständig geschonte und überaus geeignete Laufstrecke genommen worden. Nach Mitteilungen der k. k. Staatsbahndirektion Innsbruck werden an den beiden Renntagen alle Personen und Schnellzüge ausgiebig mit Wagen verstärkt. Am 6. Jänner ( Dreikönigtag) nachmittag findet bekanntlich das Militürwettrennen, der Damenwettlauf, der Schnellauf und das Jugendwettrennen statt. Alle Wettläufe sind von St. Anton aus zu sehen. Nächst den Zielen sind Zuschauerplätze für viele Hunderte von Personen hergerichtet worden, von wo die Läufer bezw.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 5. Jänner 1904, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7386-skiwettrennen-am-arlberg-trotz-schneemangel-in-veraenderter-trasse-1904).

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