Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
MAUTSTEUER UND ZONENPREISE

Erhöhung der Mautgebühren an der Ötztaler Konkurrenzstraße um 100 Prozent per Zone

(Erhöhung der Mautgebühren an der Ötztaler Konkurrenzstraße.) Aus Ötz. wird uns unter dem 4. d. Mts. geschrieben: Das neue Jahr brachte den Fuhrwerksbesitzern eine bedeutende Überraschung, indem an der neuen Konkurrenzstraße, die bisher nur eine Mautstation in Ebene hatte, mit 1. Jänner eine zweite in Au bei Längenfeld aufgestellt worden ist und die Mautgebühren nach Zonen mit einer Erhöhung vor: 100 Prozent per Zone eingehoben werden, so daß nun ein Zweispänner ( Luxusfuhrwerk) von Ötztal nach Sölden eine Maut von 4 - 80 Kronen und ein zweispänniges Frachtfuhrwerk 2 ' 40 Kronen zahlen müssen. Die Konkürrenzstraße erfordert nach dem vom Straßenausschusse ausgestellten Voranschläge jährlich die Summe von 18. 000 Kronen zur Einhaltung derselben und Verzinsung der Bauschuld; daher blieb dem Ausschüsse nichts anderes übrig, als eine größere Wegmaut einzuführen, um durch dieselbe etwa die Hälfte der genannten Summe hereinzubringen, da für die Konkurrenzgemeinden, welche für die andere Hälfte aufkommen müssen, immerhin noch eine bedeutende Belastung übrig bleibt. Es ist dies eirre sehr empfindliche Schattenseite bei aller; Konkurrenzstraßen, daß Staat und Land nur den Bau subventionieren, die Einhaltung aber ganz den Konkurrenzgemeinden überlassen, so daß sich bei Straßen von beträchtlicher Länge, welche nur wenige Gemeinden berühren, wir es im Ötztale der Fall ist, dadurch eine sehr große Belastung herausstellt, welche den Vorteil einer Straße wieder stark herabdrückt.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 7. Jänner 1904, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7387-erhoehung-der-mautgebuehren-an-der-oetztaler-konkurrenzstrasse-um-1904).

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