Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
STADT THEATERLICHT UND NEUE STRASSEN

Gemeinderatsitzung in Innsbruck: Behandlung von Schneereinigung, Schlachttierkontrolle und Versicherungsvorschlag

Sitzung des Innsbrucker Gemeinderates. Der Gemeinderat Innsbruck erledigte gestern unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Wilhelm Greil wieder eine große Reihe von Gegenständen. Die Sitzung nahm folgenden Verlauf: Interpellationen und Mitteilungen. GR. Prof. Stolz beschwerte sich über die zu lässige Schneereinigung der Trottoire, namentlich des Trottoirs vor der Universität. Wenn sich die Gemeinde schon der Sache angenommen habe, solle sie dieselbe auch ordentlich durchführen. Der Bürgermeister verspricht Abhilfe. GR. Lauterbacher klagte über nichtbeg r ü rr d e t e K o n f L s k a t i o n e rr vorr Schlachttieren, welche für den Bauernstand sehr empfindlich feien. Die Statthaltereioerordnung bezüglich der Fleisch beschatt fei zu stharf. Redner ersucht den Bürgermeister, die nötigen Schritte einznleiten, damit dies anders werde. GR. Zösmayr sagt, daß es sich um finnige Ochsen handelte, und daß die Konfiszierung erfolgen mußte. Von einer zu großen Strenge könne nicht die Rede sein. Redner regte die Gründung eitler Versicherungskasse an, aus welcher man die vom Schaden Betroffenen schadlos haltert könne. Der Bürger m eister meinte, daß der Schaden doch immer von Konsumenten getragen werden müsse, da derselbe sicherlich dem Preis des gesunden Fleisches zugerechnet werde. Gegen eine Verficherungskasse hat er nichts einznwenden. GR. v. Guggenberg sagte, daß marr von der Gemeinde nicht verlangen könne, daß sie für die Fleischhauer eine Bersicherungskasse ' chaffe. GR. Haderer interpellierte wegen der Inspizierung der Volksschulen, die sich dadurch schwerer gestaltet habe, daß der Bezirk infolge der Einbeziehung von Wilten und Pradl sehr vergrößert wurde. Matt solle für diesen neuen Bezirk entweder einen neuen Inspektor anstellen oder den bisherigen Inspektor in irgend eitler Weise entlasten. Der Bürgermeister sagte zu, daß letzteres geschehen wird. GR. Lauterbacher regte eine Feuerbeschau des Lagerhauses an. Dasselbe erscheine L/m feuergefährlich. GR. Baron Grass gab diesbezüglich eine beruhigende Aufklärung. Nun schritt der Bürgermeister zu den üblichen Mitteilungen. Mit der Gemeinde Rum wurde ein Übereinkommen bezüglich der Abgabe von 55 Sekundliter Wasser aus dem Mühlauerbache, zum Kaufpreise von 110. 000 Kronen getrosten. Der Gemeirrderat erteilte demselben die Genehmigung. Weiter teilte der Bürgermeister mit, daß der neue Kanalbau - Jngenieur Meß eingetroffen sei und den Dienst angetreten habe. Das Theater wurde
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 6. Februar 1904, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7409-gemeinderatsitzung-in-innsbruck-behandlung-von-schneereinigung-1904).

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