Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
DREI STADTEILE WERDEN EINS

Neues Denkmal zur Vereinigung Innsbruck, Wilten und Pradl enthüllt

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 20. Februar 1904 · Seite 6 · #Vereinigungsbrunnen
Seit? 6 - Nr. 41. Irrnsbrucker Nachrichten Samstag den 20. Februar 1904. kröne aus dem Haupte und der üblichen Jdealgewandung. Diese Figur ist etwas über die beiden anderen, welche Wilten und PradL symbolisieren, erhaben, so daß sie die ganze Gruppe dominiert. Innsbruck reicht Wilten die Rechte, zu Fü ^ n Wittens liegt Insul und Stab als Hinweis auf seine Entstehung. Die Linke Hand der Allegorie Innsbrucks ruht wie schützend auf der Gestalt Pradls, eines Mädchens mit Kornähren und Sichel. Ein Wappenschild von Innsbruck deutet aus den Zusammenschluß der drei Gemeinden unter diesem gemeinsamen Zeichen hin, außerdem hält Pradl noch eine Schristrolle Mit den Worten: Innsbruck, Wilten, Pradl, vereinigt 1904. Ans der Rückseite des Monuments sehen wir die sehnige Gestalt des Inns, einen Mann, der sich auf eilt Ruder stützt, und die am Oberkörper unbekleidete schlanke Gestalt der Sill mit Mn men und ein Zahnrad als Hinweis auf die durch die Wasserkraft begünstigte Industrie. Zwischen den beiden Gestalten stürzt aus einer Amphora Wasser. Tritt man vor das Monnment hin, so erscheint die Gruppe Jnnsbruck - Wilten - Pradl zu beiden Seiten von Tritonen flankiert, welche Muscheln tragen und gewissermaßen die Vermittlung zwischen den äo8 ü äo8 gestellten Hauptgrnppen bilden, aus deren Mitte zunächst ein Sockel mit Schale und dann der von einer Friedensstatue mit Kranz und Ölzweig bekrönte schlanke Obelisk bis zu einer Höhe von 18 m, somit etwa bis zur Uhr des ehemaligen Staats- Lahndirektionsgebüudes emporsteigt. Die beiden Burschen mit Fischleibern sind etwas vorgerückt, so daß sich, woher immer man das Monument betrachten mag, stets in der Silhouette eine dein Auge wohltuende, weiche, geschweifte Linie ergibt. Die Rundung des Gesamtnmrisses wird sich natürlich erst vollkommen darstellen, wenn sich der Linienfluß durch das bewegliche Element des Wassers ergänzt; die Anordnung desselben ist in der Weise vorgesehen, daß die Figuren von den Strahlen möglichst unberührt bleiben; deshalb sind die beiden Wasserspeier am Rande des oberen Basins etwas zusammengerückt, zwischen denselben ist der Rand der Schale unmerklich niederer, so daß sich ein Schlcierfal! ergibt. Aus der: Muscheln der Tritonen springen kleine Fontänen empor, nicht hoch, um die Silhouette nicht zu zerreißen, aber bedeutend genug, um ein zu rasches Absinken der Linie von den Seiten her zu vermeiden. Ähnlich wie beim Wiener Parlamentsbrunnen soll ein im Innern angebrachtes, mit Wasserdruck betriebenes Pumpwerk das Wasser, welches von oben abläuft, nochmals zur Amphora empordrückeu, um dieser Stelle einen
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. Februar 1904, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7419-neues-denkmal-zur-vereinigung-innsbruck-wilten-und-pradl-enthuellt-1904).

Weitere Berichte aus der Rubrik „Vereinsleben, Feste & Brauchtum“

✎ Korrektur-Modus Klicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel |