Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
GELEHRTE WEIBER STÖREN DEN GEMEINDERAT

Kritik an der Ausbildung der Frauen in der öffentlichen Sitzung

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 6. Februar 1904 · Seite 8
GR. Zösmayr sagte, er könne sich nicht denken, wo all die gelehrten Weiber hin sollen. Es gebe heute schon geistiges Proletariat genug. Man wisse ja nicht einmal, wie man die studierten Männer unterbringe, und jetzt wolle man gar noch die verschiedenen Stellen, die bisher nur Männern offen waren, den Frauen öffnen. Tie sollen beim Kochlöffel und bei der Näherei bleiben. Es gebe viel weniger soziales Elend, wenn jedes Mädchen ein tüchtiges Weibsbild wäre. ( Heiterkeit.) Nachdem die GR. Stolz und Haberer nochmals gesprochen hatten, wurde der Antrag Kapferer auf Vertagung angenommen und hierauf die öffentliche Sitzung nach 4 ständiger Dauer geschlossen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 6. Februar 1904, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7411-kritik-an-der-ausbildung-der-frauen-in-der-oeffentlichen-sitzung-1904).

Weitere Berichte aus der Rubrik „Vereinsleben, Feste & Brauchtum“

✎ Korrektur-Modus Klicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel |