Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
TRIEBELGERÄT WIRD ZU TODBRINGER

Schwerer Unglücksfall in einer Wilter Fleischhauerei – Metzgergehilfe schwer verletzt

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 10. März 1904 · Seite 4 · #Arbeitsunfälle
(Ein schwerer Unglücksfall) ereignete stch gestern kurz nach Mittag in einer Fleischhauerei in Wilten. Bei einem in die Höhe gezogenen getöteten Ochsen ist die Triebelversicherung durch das sonst übliche Einstecken des Sperrbalkens in die Sehnen außeracht gelassen worden. Infolge dessen ist durch die Bewegungen, in die das getötete Tier durch das Ausweiden geriet, der Sperrbalken abgerurscht. Der Triebel geriet in eine unheimlich rasche Rotationsbewegung und traf den Metzgergehilsen so unglücklich auf das Hinterhaupt, daß er in schwerverletztem Zustande ins städt. Krankenhaus überführt werden mußte. Die Schädeldecke ist an rnr betroffenen Stelle eingedrückt, die Gehirnsubstanz teilweise verletzt. An dem Aufkommen des erst 21 Jahre alten Verunglückten — er heißt Friedrich Lippich und ist aus Kärnten — wird in fachmännischen Kreisen sehr gezweifelt.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 10. März 1904, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7435-schwerer-ungluecksfall-in-einer-wilter-fleischhauerei-1904).

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