Wie wir Feuilleton. Der gemischte Chor des Innsbrucker Musikvereines. „Innsbruck darf auf seinen Musikverein stolz sein, die Aufführungen dieses Vereines sind so Ziemlich das einzige „ Großstädtische " der aufstrebenden Tiroler Landeshauptstadt. Die Heroen der Tonkunst, auch die modernsten unter diesen (Anton Bruckner), finden hier recht verständnisvolle Interpretation und die Aufnahmsfreudigkeit des Publikums bewegt sich in aufstelgender Linie. " Dieses schmeichelhafte Lob unseres vaterländischen Musikvereines lesen wir im Wiener „Deutschen Volksblatt " vom 15. März. Suchen wir nach einer tatsächlichen Begründung dieser Anerkennung, so finden wir diese in der wohlsrganisierten und erfolgreichen Musikschule des Vereines, welche zielbewußt nach der Hebung musikalischen Verständnisses im allgemeinen strebt und musikalische Kräfte auf vokalem und Instrumentalem Gebiete heranbildet, um Konzerte tzr großem künstlerischen Stile ausführen zu wnncn. Da Innsbruck trotz al * r geschäftlichen Und industriellen Entwicklung noch durch Dezennien nicht die pekuniären Mittel und die weitere Kreise umfassende Musikbiidung besitzen wird, um künstlerische Musikkräfte, m der für moderne Anforderungen nötigen Anzahl zu berufen, so müssen wir Ln der privaten, vom Staate, dem Lande und der Stadt unterstützten Schule des Musikvereines die fruchtbringende Basis der gedeihlichen Entwicklung unseres öffentlichen Musiklebens anerkennen. Die in erster Reihe einzuschätzende Schöpfung unserer Musikschule, der gemischte Chor, fand seine fachgemäße Begründung im Herbst des Jahres 1874 Ln der Errichtung einer zweiten Chorgesangklasse, in welcher zunächst in einer regelmäßigen Wochenstunde einfache und den bescheidenen Kräften entsprechende a enpeHn - Gesänge geübt wurden. Die ersten schönen Erfolge dieses planmäßigen Studiums ermutigten den Verein am 18. Juni 1875, dem Gründungstage des Musikvereines 18. Juni 1818, mit einem Vokal - Konzerte im k. k. u. National- Theater vor ' die Öffentlichkeit zu treten. Die Einnahme dieses für die musikgeschichtliche Entwicklung der Schule epochemachenden Konzertes wurde zur Begründung des Schulfondes bestimmt, der dem idealen Streben des Vereines die unentbehrliche, bisher aber gänzlich abwesende reale Grundlage schaffen sollte. Das Programm enthielt in historischer Reihenfolge Chöre von neun Komponisten, an deren Spitze drei Stücke aus dem weltberühmten MagnificaL von Sebastian Vach gestellt waren. So erklangen aus den kunstbegeisterten Kehlen des jugendfrischen, etwa vierzig Mitglieder zählenden Chores zum erstenmale in Trrol die mächtigen Klange des Großmeisters Johann Sebastian Bach. Im Jahre 1690 trat der nun dauernd lebensfähige Chor, dem einzelne Mitglieder schon 16 Jahre mit gleichem Eifer angehörten, in ein neues Stadium seiner stetigen Entwicklung. Dessen direkter Zusammenhang mit der Musikschule, als deren zweite Chorgesangklasse, wurde abgebrochen, und der Chor als freie, außer der Schule stehende Vereinigenng der ausübenden Vere ' insmitglieder erklärt. Durch diese Emanzipation von der Klasseneinteilung und die dadurch erreichte äußere Unabhängigkeit gewann der Körper auch an innerer Selbständigkeit -, Während bisher erprobte Gesangskräfte doch nicht fortwährend Frequentanten der zweiten Chorgesangklasse bleiben wollten, und Frauen ans ähnlichen Gründen dem Chore fernblieben, dem sie früher als Fräulein angehörten, kräftigte sich nun nach beiden Richtungen der schon rvohlerzogene Kern des Chores und erfreute sic§ in quantitativer Beziehung namhaften Zuwachses. Bis zum Jahre 1893 veranstaltete der Verein alljährlich zwei große Chorkonzerte, eine ovatorische Ausführung und ein historisches Vokal- Konzert. Letztere sollten den Chor und das musikalische Publikum mit der Geschichte des Vokalgesanges vertraut machen, eine Reihe eng lischer und deutsche Madrigale, Motetten von Schütz, Palestrina, Bach, Mendelssohn und Chorlieder neuerer Zelt von Schumann, Bruch, Pembaur, Rheinberger, Hauptmann
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 1. April 1904, S. 1, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7452-entwicklung-und-oeffentliche-anerkennung-des-gemischten-chores-des-1904).
Di. (Musikdirektor S P örr inKarlsbad.) Unser Landsmann, der an der Spitze der Karlsbader Musikkapelle stehende Musikdirektor Martin Spörr, früher bekanntlich Direktor des städtisch unterstützten Orchesters in Innsbruck, …
Die Serie ist höchst sehenswert. (Ein Diebshandwe r k.) Vorgestern wurde hier ein Manu verhaftet, der schon durch längere Zeit in Pradl Holz und Bretter stahl, von diesen Möbel ansertigte, die er verkaufte. …
R. N. (Musikverein Innsbruck.) Am vergangenen Freitag fand im großen Stadtsaale das vierte Mügliä > er5onzert des Mnsikvereiues statt, zu welchem als Solistin die in Innsbruck schon rülMlichst bekannte Konzertsängerin Ma …
R. M. (Das II. außerordentliche Konzert des Musikvereins am 18. d. Mts.) War bisher dem stets bewährten gemischten Chore des Vereins ( durchschnittlich 200 Mitwirkende) die Ausführung großer Oratorien der Prüfstein seine …
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