Seite 9. ^ Benedikt Ritter v. Hebenstreit 1 °. -Vor einigen Tagen haben wir in Innsbruck einen Mann zur ewigen Ruhe gebettet, der durch 'seine Persönlichkeit wie durch seine äußere Stellung zu den hervorragendsten Erscheinungen der Lirolischen Beamtenschaft im letzten Halbjahr - Hundert gezählt werden muß. Benedikt Ritter v. Hebenffreit bekleidete durch fast ein Menschenalter die verantwortungsvollsten Beamten und Vertrauensstellungen in Tirol und 'Vorarlberg, zuerst als Vorstand der Präsidialkanzlei des Statthalters, später als erster Beamter der Statthalterei und ° Vertreter des Statthalters. Alle Wissenden sind einstimmig im Urteil, daß er seine hohen Posten mit seltenem Glanze ausfüllte. Hervorragende Befähigung, eine unerreichte Arbeitskraft und Allsdauer, unerschütterliches Pflichtbewußtsein, ein staunenswertes juristisches Wissen, hohe allgemeine Bildung zeichnete den verstorbenen Vizepräsidenten vor allem aus. Durch wahren Herzensadel, feinen Takt und herzgewinnende Liebenswürdigkeit im dienstlichen und Privaten Verkehr, durcheiserne Strenge gegen sich ' selbst, gepaart mit väterlichernster Milde gegen seine Untergebenen, durch sein warmes Mitgefühl für alle Freuden und Leiden des Volkes, verstand er jeden zu fesseln, der sich ' ihm nahte. Man darf ohne Übertreibung sagen, Hebenstreit war als Beamter Gegenstand der Bewunderung, ein Muster seines Standes. Ms Mensch ivard ihm mit Recht die allgemeine größte Verehrung zuteil. Hebenstreit entstammte einer alten, sehr angesehenen Lirolischen Adelsfamilie des Pustertals, welche seit 1605 der Lirolischen Adelsmatrikel angehört. Er war am 6. April 1840 zu Bozen geboren, wo sein Vater Joses Benedikt v. Hebenstreit zu Murnhör, Mohrenfeld und Mauren als k. k. Kreiskommissär fungierte. Die Mutter war eine geborene v. Gasteiger. Als 19 jähriger Student nahm Benedikt v. Hebenstreit voll patriotischer Begeisterung als Schütze der Innsbrucker Gtndenienkompagnie am Feldzüge des " Jahres 1859 teil, wofür ihm durch den Statthalter Erzflstrzog Karl Ludwig am 20. Oktober 1859 die a. h. Anerkennung besonders bekannt gegeben wurde. Drei Jahre später begann er seine Beamtenlaufbahn. Die Verhältnisse waren gerade damals für Aspiranten des politischen Verwaltungsdienstes trostlos. Ms v. Hebenstrei ' t am 6. November 1862 vom Statthalter Fürsten Lobkowitz sein Ansnahmsdekret als Probekandidat bei der StaLLhalterei erhielt, wurde ihm im Dekrete selbst bedeutet, zur Erlangung eines Adjutums und einer wirklichen Anstellung sei es rätlich, sich in einem anderer: Verwaltungsgebiete oder bei einer anderen Behörde zu bewerben, da in Tirol noch mehrere ( durch den Verlust Mailands) stellenlose Beamte unterzubringen und von 30 Adjuten 10 eingezogen worden seien, so daß für eine Reihe von Jahren nicht die geringste Aussicht wäre. Sowie er nach sechswöchentlicher Probezeit zum Konzeptspraktikanten ernannt war und den Diensteid ablegen durste, wurde ihn: der frühere Erlaß in betreff der gänzlichen Aussichtslosigkeit aus Beförderung abermals in Erinnerung gebracht. Es gehört wahrlich ' eine hohe Berussfreudigkeit, großer Mut und Energie dazu, wenn ein von Haus aus nicht mit Glücksgütern gesegneter junger Mann sich durch solche Warnungen nicht von der gewählten Lebensbahn abschrecken läßt. Hebenffreit widmete sich ' nur umso eifriger dem politischen Verwaltungsdienste und legte, bevor drei Jahre um waren, die schriftliche und mündliche Prüfung aus dem politisch administrativen Fache mit ausgezeichnetem Erfolge ab. Ein halbes Jahr später brachte der Zufall zun: erstenmal die Möglichkeit zu ausgedehnter selbstständiger Betätigung. Als mitten in den dringendsten Laudesverteidigungsgesch ästen desjKriegsjahres 1866 der Bezirksvorsteher von Kastelruth Plötzlich ' erkrankte, wurde Hebenstreit zur Aushilfe entsendet.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 30. August 1904, S. 9, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7551-verlust-eines-hervorragenden-tiroler-beamten-benedikt-ritter-v-1904).
Gründung eines Blindenfürsorge- Vereines für Tirol. Die auf Gründung eines Blindenfürsorgevereines in Tirol abzielenden Bestrebungen haben gestern durch eine Versammlung im kleinen Stadtsaale ihre Verwirklichung erfahren …
Wahl der Prüfer für den Verein Selbsthilfe. (Die Nachkommen des Generals Fenne r.) Von geschätzter Seite erhalten wir folgende Zuschrift: Die in Ihrem geschätzten Blatte enthaltene Notiz, daß das in Salurn verstorbene Fr …
(Beerdigung.) Aus Fügen wird uns unter dem 18. d. Mts. geschrieben: Heute wurde die Leiche des von Innsbruck hieher übersührten Grasen Guido Sternberg in der Familiengruft beigesetzt. Geschwister und Schwäger und einige …
(Todesfälle.) In Salzburg ist Mäquard Graf Ferrari d ' Occhieppo und Chiavazza, Herr zu Imst und Täufers, k. u. k. Major d. R., Besitzer der Kriegs und Jubiläumsmedaille, des Dienstkreuzes re. im Alter von 67 Jahren vers …
Grundlegende Richtung (Blattlinie):
Wissenschaftlich-historische Dokumentation und digitale Erschließung gemeinfreier historischer Pressetexte aus dem Raum des historischen Tirols.
1. Grundsatz: Die Nutzung von chronik.fontes.at ist ohne Registrierung möglich. Es werden keine Werbe- oder Analyse-Tracker und keine Marketing-Cookies eingesetzt.
2. Server-Betrieb: Beim Aufruf der Website werden technisch notwendige Verbindungsdaten (IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderte Ressource) kurzzeitig auf unserem europäischen Server (Hetzner Online GmbH, Deutschland) zur Betriebssicherheit verarbeitet (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
3. Externe Faksimile-Einbindung (IIIF): Beim Öffnen der Original-Zeitungsseite lädt Ihr Browser Bildkacheln direkt vom IIIF-Bildserver der Österreichischen Nationalbibliothek (iiif.onb.ac.at) bzw. verweist auf die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
4. Betroffenenrechte: Auskunfts- und Löschungsanfragen richten Sie jederzeit formlos an die im Impressum genannte Kontaktadresse.
Historische Zeitungstexte: Sämtliche wiedergegebenen Originalartikel entstammen historischen Zeitungsausgaben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere den Innsbrucker Nachrichten, 1854–1913) und sind urheberrechtlich gemeinfrei.
Digitalisate & OCR-Grundlage: Die digitalen Faksimiles und Volltextgrundlagen basieren auf den Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB Tirol) sowie von ANNO – AustriaN Newspapers Online (Österreichische Nationalbibliothek).
Die Tiroler Zeitungschronik bewahrt den authentischen Wortlaut und die historische Rechtschreibung der Originalquellen vor und nach der II. Orthographischen Konferenz von 1901.
Um die historischen Spaltentexte digital zugänglich zu machen, erhält jeder Originalartikel redaktionell eine Hauptüberschrift im zeitgenössischen Chronikstil des 19. Jahrhunderts sowie eine moderne Dachzeile zur raschen thematischen Orientierung.
Bitte zitieren Sie stets die zugrunde liegende historische Originalausgabe mit Erscheinungsdatum und Seitenzahl, ergänzt um den Permalink der Chronik:
Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
Sie haben einen OCR-Lesefehler im historischen Fraktursatz entdeckt oder möchten auf einen bemerkenswerten Zeitungsbericht hinweisen?
Schreiben Sie uns gerne an redaktion@fontes.at unter Angabe des Erscheinungsdatums oder des Artikel-Direktlinks (#artikel=...).
✎ Korrektur-ModusKlicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel|
Gesammelte Änderungen in Tabelle article_edits
Diese Korrekturen sind in der Zwischen-Tabelle gespeichert. Mit Klick auf „Jetzt in Live-DB schreiben“ werden sie atomar in chronik_events_live.db samt Volltextindex übernommen.