Seite 17. Alls der Stadtkuppe voll Rattenberg. Volt Christian A ujschnaiter. Der 8. September dieses Jahres wird ein denkwürdiges Ereignis in der neuen Geschichte des alten Städtchens Rattenberg zu verzeichnen haben; an diesem Tage erfolgt die feierliche Eröffnung der neuausgestalteten Wasserleitung, welche von der Höhe des Stadtberges herab eilt gutes, gesundes und reines Qnellenwasser in die Häuser führt und im Falle der Feuersgefahr ein Dutzend Hydranten hoch im Bogen die löschenden Strahlen über die Dächer spritzen läßt. Eine bescheidene Feier soll diesen Tag und seine Bedeutung kennzeichnen, in deren Veranstaltung sich Magistrat und Feuerwehr teilen werden. Gut Ding braucht immer Weile, und wer will bauen aus der Straßen, muß die Leute reden lassen: auch die Wasserleitung hat ihre Zeit beansprucht und viel ist geredet worden, aber das Werk kam zustande und ist ein großes Werk für die kleine Stadt. Die Eröffnung dieses Werkes wird auch voll auswärts Fachleute und Interessenten herbeiziehen, und so dürste es nicht ungelegen erscheinen, wenn wir dem Stadtberge als dem Spender des Wassers einen Besuch abstatten. Der Bahnstation gegenüber am Ausgange der Bienerstraße führt ein schmaler Steig Zum Teil ans Stufen und etwas steil den Berg hinauf; aber schon nach wenigen Minuten ist die kleine Schwierigkeit überwunden und wir gelangen am Schießplatz vorbei auf eine von Bäumen und Strauchwerk umgebene Terrasse; hier ist das geräumige Wasserbasfiu, nicht nur aus der Höhe des Berges, sondern auch auf der Höhe der Zeit stehend: es faßt in seilten massiven Portlandwäirden eine Wassermenge von 2400 Hektolitern oder 240 Kubikmetern. Dell Ausheb ungsund Bauarbeiten kam die Grundbeschaffen heit sehr Zustatten, da fast durchwegs schöner Sand Zum Vorschein tarn, während ringsum harte Felsen den Boden bilden. Aber wenn wir das Bassin und die Leitung besichtigen, dann bekommen wir auch einen Begriff, wie die Muli mit den Säcken auf dem Rücken den steilen Pfad hinaufsteigen mußten, um die 4 Waggon Portland Zu säumen, wie oft die Männer mit den Leitungsröhren auf den Schultern den gleichen Weg bezwingen mußten, und welche verhältnismäßig großen Opfer die Stadt aus sich nahm, um den Forderungen eines gesunden Fortschrittes Zum Nutzen des Einzelnen und der Gesamtheit nachzukommen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 7. September 1904, S. 17, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7560-feierliche-eroeffnung-der-neuen-wasserleitung-in-rattenberg-am-8-1904).
(Recht appetitlich!) Es ist zur Genüge bekannt, daß im äußeren Teile der Höttingerau recht leidige " Zustände bezüglich des Trinkwassers herrschen, die auch dann noch ' nicht abgeschafft wurden, als infolge des Genusses …
(Das neue Gas w e r k,) das der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung zu erbauen beschlossen hat, ist angesichts des fortgesetzt und stark steigenden Gasverbrauches ein dringendes Bedürfnis geworden. Es wird als Ergänzun …
Eingesender. (Anfrage zur Kanalisierung.) In Morten, in denen die Wasserspülung bereits eingesührt ist, können die Fallröhren ans Steingut beibehalten bleiben, dort, wo keine Wasserspülung bis jetzt besteht, müssen sie h …
(Von der Kanalisierung.) Die Tief- Bauten zur Legung des Hauptkanals unserer Kanalisierung stoßen auf große Hindernisse. Trotz zweier großer, motorisch betriebener Pumpen geht die Kanallegung in der Chotekstraße wegen de …
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