Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
SCHULE MÜSSEN WARTEN – PRADL NICHT

Besprochen werden die Schulverhältnisse im Vororte Pradl und die Einrichtung einer neuen Schule

(In SchulangelegenheiLen.) Am 9. d. M. wurde im Gasthof znm „ Gold. Winkel" in Pradl eine Versammlung einbernsen, welche sich mit den Schnlverhültnissen im Vororte Pradl befaßte. Bei dieser Versammlung wurde die Unzulänglichkeit dieser Schule, sowie deren Überfüllung besprochen. Es wurde damals beschlossen, eine Deputation zum Bürgermeister Greil zu schicken, welche die krassen Verhältnisse an dieser Schule dem Stadtoberhanpte zur Kenntnis bringen soll. Bei dieser Versanunlung wurde nachstehende Resolution eingebracht und auch einstimmig angenommen: „ Me heute im Gasthaus zum „ Gold Winkel " tagende allgemeine Versammlung beschließt auf das Verlangen der Stadt, daß die Schulkinder von Pradl in den alten städtischen Schulen das doppelte Schulgeld zahlen sollen, urrd in der weiteren Erwägung, daß Pradl der Stadtgemeinde so viel Baugründe zugebracht hat, ihre Kinder nicht irr die StMschnlen zu schicken, sondern sie alle in Pradl einschreiben zu lassen und dadurch die StädtverireLung zu einer Pflicht zu zwingen, deren sie sich bei der Einverleibung Pradls noch an Aussprüchen des /Bürgermeisters voll und garrz bewußt war. " Zun Schluffe dieser Versammlung wurde vereinbart, für Dienstag abends in dieser Angelegenheit abermals eine Versammlung einznberufen, welche nun vorgestern in demselben Gasthause stattsand und sehr gut besucht war. Unter den Anwesenden befand sich auch ( Äemeinderat Hans Hörtnagl. Nach Eröffnung der Versammsimg und der Wahl des Vorsitzenden und Schriftführers erstattete Südbahnschloffer Fingerl Bericht über die Vorstellung der bei der Versammlung vom 9. d. M. guoahlten Deputation beim Bürgermeister. Der Bürgermeister, wie Fingerl berichtete, sagte zu, daß als erster Bau, den die Stadt errichten werde, jener einer neuen Schule in Pradl sei. Die Bewohner von Pradl sollen die Kinder m die Ortsschnle einschreiben lassen, damit man sehe, wie viele Kinder der Vorort habe. Was über die 4. Nasse hinausgehe, könne dann um den alten Schulgeldbetrag von 10 Kronen nach Dreiheiligen geschickt werden und nicht, wie früher gemeint war, um 20 Kronen. Jedoch? könne mit der Schule in der Sillgasse keine Ausnahme gemacht werden, dort müßten 20 L Schulgeld entrichtet werden.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 15. September 1904, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7563-besprochen-werden-die-schulverhaeltnisse-im-vororte-pradl-und-die-1904).

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