Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BESETZUNGSPASTOR GEWINNT NICHT

Ministerialentscheidung in Beerdigungsangelegenheit der verstorbenen Elisabeth Schätti in Imst

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 26. Oktober 1904 · Seite 4
(Eine Ministerialentscheidung in Beerdigungsan g elegenheite n.) Den „N. T. St. " wird aus Imst gemeldet: Am 12. Jänner 1902 starb hier Frau Elisabeth Schätti, evangelischer Konfession. Tie Leiche sollte auf dem, vom katholischen Gottesacker durch eine Mauer getrennten, eigens für Andersgläubige neu hergest ellten Friedhof beerdigt werden; die Angehörigen hatten dagegen nicht das mindeste einzuwenden Da kam aber Herr Pastor Wehrensennig von Innsbruck und verlangte die Beerdigung der Leiche auf den: katholischen Gottesacker. Als seine Vorstettungen bei der Bezirkshauptrnannschaft und bä der Statthalters nichts fruchteten, verlas er vor der Beerdigung auf denn katholischen Gottesacker einen schriftlichen Protest. Weiter leitete er einen Rekurs an das Ministerium ein. Das tz k. Ministerium für Kultus und Unterricht fand nun mit dem Erlasse vom 12. Sept. ds. Jl Nr. 28235 dem Rekurse des löbl. evang. Pfarramtes Innsbruck keine Folge zu geben, „weil die anläßlich des Ablebens der evangelischen Glaubensgenossin Schätti gepflogenen eingehenden Erhebungen ergeben haben, daß die für die Bestattung der Genannten bestimmte Begräbnisstätte den im Paragraph 12 des Gesetzes vom 25. Mai 1868 R. - G. - BL. Nr. 46 vorgesehenen Anforderungen entspricht. " (Vermählung.) Am 25. d. Mts. vermählte sich in Mieders im Stubaüale der Oberossizial beim Bregenzer Postamte.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 26. Oktober 1904, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7595-ministerialentscheidung-in-beerdigungsangelegenheit-der-1904).

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