Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
DEUTSCHE EINHELT MIT SCHWARZ ROT GOLD

Große Kundgebung gegen italienische Rechtssakultät in Innsbruck

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 27. Oktober 1904 · Seite 1
Sonntag 30. B 23 GermanuS. Kl ndgebung gegen die italienische Fakultät. Die gestrige Kundgebung der deutschelt Parteien gegen die neuerrichtete italienische Rechtssakültät fand unter großer Beteiligung statt. Gegen acht Uhr sah man Scharen von Menschen der großen, durch zahlreiche Bogenlampen hell erleuchteten Ausstellungshalle zuwandern. Die Beteiligung. Es fanden sich dort 2500 bis 3000 Personen ein, Angehörige aller Parteirichtungelt, um sir seltener Eintracht einmal zusammenzustehen und an die Regierung ein mächtig klingendes Mahnwort zu richten. Die Anhänger der Deutschen Bolkspartei waren gemeinsam mit den Mitgliedern des Vereines der Deutschnationalen und mit den Alldeutschen schönerianischer Richtung erschienen, aber auch zahlreiche Sozialdemokraten und Christlichsoziale waren am Platze. Die völkischen Vereine und insbesondere die nationale Studentenschaft waren Natürlich auch in hervorragender Zahl vertreten und auch einzelne katholische Verbindungen hatten Leute aus ihrer Mitte entsandt. Daß Such deutsche Frauen und Mädchen zugegen waren, ist umso höher anzuschlagen, als das Wetter nicht gerade sehr einladend war. Aus Abgeordnetenlreisen bemerkten wir neben Doktor Grler die Reichsratsabgeordneten Tschan und Malik, sowie die Landtagsabgeordneten Doktor Mifler, Dr. Wenin re. Im Vordergrund der Häkle war eine hohe PAnertribüne errichtet, ganz mit Tannenreisig zrmwunden und mit schwarz rot goldenen Draperien geziert. Die Ordner trugen ebenfalls schwarz rot goldene Abzeichem Eröffnung und Rede Dr. Erlers. Fabriksdirektor Wilhelm Rho mb erg eröffnete die Versammlung und begrüßte alle, die in so großer Menge dem Rufe Folge leisteten, stellte den Regierungsvertreter Oberkommissär von Sabransky vor und erteilte sodann dem Reichsratsabgeordneten Dr. Erl er das Wort, der nun, oft von lautem Beifall unterbrochen, folgende Rede hielt: Sehr geehrte Anwesende! Liebwerte deutsche Volksgenossen! Nicht allzuviele Worte werde ich an Sie richten; denn der Reden sind in der Angelegenheit, die uns heute bewegt, genug gewechselt. Im Frühjahr 1903 schien die Regierung zur vernünftigen Einsicht gekommen sein, daß die utraquistischen Zustände an unserer Universität unhaltbar seien; sie gab damals schriftlich und mündlich die Zusage, daß die italienischen Kurse binnen 3 Semestern von Innsbruck und Tirol entfernt sein werden.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 27. Oktober 1904, S. 1, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7596-grosse-kundgebung-gegen-italienische-rechtssakultaet-in-innsbruck-1904).

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