Also gnt! Ter Widder lebt noch, er leb: prächtig, wird gemästet und liebevoll gepflegt Kuur Schlachtgauge. An einem sttstmen Somwertag wird er aus seinem Stalle geholt, an den Hörnern gefesselt, mir Blumen und Schleifen geschmückt und von einer Frauensperson Lalauswärts gesül/rt. Tie ganze Gemeinde folg: Nun dem SckLack ^ opfer in geschlossenem Zuge purer Dankgebeien und Mariengesängen. In der Gemeinde, durch welche der Zug gehr, läuten die Glocken, um die Bewohner zur Teilnahure einzuladen. In Gasthäusern und größeren Bauernhöfen sieht man sich vor, den Ankömmling neu zu schmücken; nicht nur vor jedes Haus, sondern nahezu in jede Stube wird dieser geschleppt, und bald sirch Woll ^ otten, Füße, Hmner, Ohrmuscheln und Schweis mit bunten Mindern und Blumen ganz überdeckt, mit denen die Haustöchter das glänzend rein gewa scharre Opsenier schmücken. In dem schönen Lienz wird das Nfttagmahl eingenommen. In Patriasdorf bei Lienz war es denn auch an einem schönen Sommertag, als Scharen von tcrglustigen landfremden Wanderern vom Ponensteig herniLderströmten, der Jselbrücke zu, ins der such der einzig urwüchsige Zug staute. Die laut betende Prozession der kräftigen Bauersleute, größtenteils in der Volkstracht, viele ausnehmend sck) öne Gestalten banmttr, lockte eine Unmasse von Fremden herzu, die hieher in dieses reizvolle Tal geflohen waren vor der Unnarur. Eben tönte aus den rauhen Kehlen, och mit wunderbar melodischem Tonfall ein Gesang zu Ehren Mariens. In der Mute des stattlichen Zuges schritt, an einem blauen Bande geführt, der durch Beleibtheit und glänzendes Wollkleid ausgezeichnete Prachtwidder. Das blendend weiße F ell lugte allerdings nur an spärlichen Stellen unter der Masse von Blumen, Hochzeitsbüschen und Wachsl erzen und unter dem bunten Durcheinander vielfarbiger - Schleifen hervor. Ter Gesang wurde wieder von lautem Bereu abaelöft, das aber den einen oder den anderen schneidigen „Virgner Stiar " nicht abhielt, von Zeit zu Zeit seiner sprudelnden Lebenskraft durch einen Lustsprung und eirren kräftigen Juchzer Ausdruck zu verleihen. Dieses eigenartige Schauspiel übte auf die Zuschauer nnm verblüffenden Eindruck aus. Man sah sich erst verständnislos an, weidete sich au dem Anblick der prächtigen Gestalten, wußte aber nicht, wie man das alles ausneh^ men sollte.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 21. Jänner 1905, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7647-praechtiger-widder-in-blumengeschmueckter-prozession-durch-1905).
DterkSAg, kn 14. Februar 1905. FmrWrrrcker Nachrichts» Nr. « 36. Seite 7. folgt in er Regel vor allen Ort größen. Außer den Schleichern gehören zu den tanzenden Figuren der Wirt und die Kellnerin, Tuxer und 'Tuxermnen, s …
(Die Grabbruderschaft in Hall.) Im Jahre 1650 wurde in Hall von wohlangeseheuen Bürgern die Grabbruderschaft gegründet, um die heute noch übliche Charfreitags - Prozession einzuführen. Es wurde in der Erlöserkirche das h …
" Garten und Obstbau - Verein in Innsbruck. Gestern abend fand beim „ Grauen Bären" hier die Gründungsversaminlung des neuen Garten und Obstbauvereines statt, woztt eine ansehnliche Anzahl Frettnde der Gartenkultur sowie …
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