Während der Feststellung des Wahlergebnisses führte Prof. Dr. C z e r m a k zuerst eine Kolbenluftpumpe neuester Konstruktion vor, welche durch teilweise Füllung mit Ol den schädlichenRaum vermeidet, weshalb sie auch Guerik - Olpumpe genannt wird. Sie ist ganz aus Metall gearbeitet und für den Motorbetrieb eingerichtet. Diese Pumpen können bis aus einige Hundertstel Millimeter Quecksilberdruck herab evakuieren, so daß sie jetzt bei der Glühlampensabrikation verwendet werden, wo man früher die gebrechlichen Quecksilberluftpumpen benützen mußte. Als Gegensatz zu dieser neuesten Pumpe war eine ganz alre Kolbenpumpe ausgestellt, welche aus dem Jahre 1733 stammt, und daher noch ganz vom Typus der Originalpumpen Otto von Gnerikes ist. Hierauf wurden die zwei neue st en elektr. L a m p e n, die Tantal und dieQuecksilber - Röhrendampflampe vorgezeigt. Die Tantallampe der Firma Siemens u. Halske ist eine Glühlampe, welche als Glühfaden einen haarfeinen Tantaldraht von über einen halben Meter Länge besitzt. Dieser ist in Zickzack auf zwei Sternen aufgelegt, so daß diese Lampe den sogenannten Diamantlampen sehr ähnlich sieht. Da der Schmelzpunkt des Tantals über 2200 Graden liegt, so können die Fäden zu einer höheren Weißglut gebracht werden, als wie bei den Kohlenfadenlampen, wodurch der Nutzeffekt sofort bedeutend steigt. Der elektrische Verbrauch beträgt so wie bei den Nernst und Osmiumlampen nur die Hälfte derjenigen einer Kohlenfaden - Glühlampe bei gleicher Kerzenstärke. Da die Dauerhaftigkeit sehr groß ist, und die Lampen sür die üblichen Spannungen fabriziert werden, so würde ihre Einführung im hiesige n S t a d t n e tz e sehr zu empfehlen sein. Bei gleicher Kerzenstärke müßte das Paus ckr a l e ans die Hälfte herabgehen, oder bei gleichem Pauschalpreise müßte der Konsument sich die doppelte Kerzenstärke installieren können. Die zweite vorgezeigte Lampe gehört eigentlich zu den Bogenlampen und zeichnet sich daher vor allem durch große Billigkeit des Lichtes aus. In einer einen bis zwei Meter langen Röhre wird Quecksilberdampf zu einem sehr gleichmäßigen, milchweißen Leuchten gebracht. Trotz seines schönen Lichtes ist es sür keine „ gesellschaftliche " Beleuchtung zu gebrauchen, da es nur wenige Lichtgattungen enthält. Es fehlt ihm ' vor allem jedes Rot Fast alle Körperfarben erscheinen daher verändert, und besonders das menschliche Antlitz bekommt geradezu eine Leichenfarbe.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 1. April 1905, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7699-vorfuehrung-moderner-luftpumpen-und-elektrischer-lampen-bei-der-1905).
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