„ Fair " den Vogel abzuschießen, den „ Clou " der Weltausstellung zu bieten und daraus aber auch ein rentables Unternehmen und einen schönen Profit zu machen. Keine Mittel wurden anfangs gescheut, um ein durchwegs gediegenes Werk zu schassen: der Restaurationsbetrieb durch eine eigens hiezu gegründete Wirtsgesellschaft „ German - Tyrolean Alps - Restaurant Co. Lüchow und Faust " war erstklassig, (manchen Abend waren bis zu 500 Kellner dabei betätigt), die täglichen Konzerte und Produktionen mit 100 Musikern und 30 Tiroler fSängern, die besten auf der ganzen Pike, die übrigen Attraktionen wie „ Trip trouph the Alpo " mit der Zillertalbahn, dem großen, Herrlichen Hochgebirgs und Gletscherpanorama von der Hand Prof. Rummelspachers, den Detailpanoramen von Innsbruck, Salzburg, Königssee, den bayerischen Königsschlössern, Abazzia, Semmering, Wintersport in den Alpen, ein im Schnee stecken gebliebener Bahnzug u. s. w. waren ungemein packend, die Rutschbahn zu den Salz- Seen erweckte viel Heiterkeit, die Zaubergrotte u. s. w., die auf der ganzen Weltausstellung unerreicht gewesene „ Elektric fountain " imFreien, welche wie ein Feuerwerk allabendlich Tausende von Bewunderern auzog, die Felspartien und Gartenanlagen mit Gebirgsbächen, Wasserfällen, Teiche, die Andreas Hoferstatue ( eine Kopie vom Natter ' schen Original am Berg Jsel), die Dorfstraße, dies alles wirkte bezaubernd auf die Besucher und nur ein Wort des Lobes hörte man darüber: „ Uns gefällt es am besten in den „ Tyrolean Alps "; es ist gar herrlich hier, wie wundervoll muß dies erst in Wirklichkeit und Natura fein! " Die Gesellschaft, welche in den Alpen verkehrte, war die Elite der Ausstellungsbesucher. Die oberen Zehntausend waren als ständige Besucher nur in den „ Tiroler Alpen " zu finden. Alle offiziellen * Bankette von Bedeutung wurden mit Vorliebe dort abgehalten; kam eine hervorragende Persönlichkeit, so war abends zu deren Ehren in den „ Tyrolean Alps " ein Empfang; Präsident Roosevelt, der Weltausstellungspräsident, Dv. Francis, der Gelehrtenkongreß u. a., kurzum alles von Bedeutung bevorzugte zu den Veranstaltungen die prächtigen Riesenräume unter den pittoresken Felsgebilden. Der schmucke, originell ausgestattete Rathaussaal mit seinen traulichen Nebenräumen und dem feuchtfröhlichen Rittersaale, an dessen Außenfront als Wahrzeichen Tirols der Innsbrucker Stadtturm, das „ Goldene Dachl " und der Giebel des alten Meraner Rathauses entgegengrüßte, waren der „ gemütlichste Platz " auf der ganzen Ausstellung, kurzum, wer Geld hatte und Geld ausgeben wollte, ging nach „ Tyrol ". Solche Gäste brauchen wir hier im Lande, die Anschauung, welche die Amerikaner von Tirol in St. Louis bekommen haben, von dessen Existenz gar viele Tausende früher nur einen schwachen Begriff hatten, war sicherlich günstig, es war die glücklichste Einladung zum Besuche unseres schönen Heimatlandes, die wir durch Erstehen der dortigen Tiroler Alpen an die freien Bürger des großen Erdteiles ergehen lassen konnten. Es ist für Tirol aus der großen Weltausstellung etwas geleistet worden, was ohnegleichen und unerreicht bisher war. Möge es nur Früchte für die Zukunft tragen. Einigermaßen Beweise sind bisher schon belegsmäßig erbracht. Daß jedoch auf einer so immensen Weltausstellung der Einzelne in seinen Geschäftserwartungen oft enttäuscht wird, kommt erfahrungsgemäß mehr oder minder bei jeder Ausstellung vor. Das kleine Opfer, das Sie durch Überlassung Ihrer Ausstellungsobjekte dem Gesamtunternehmen brachten, wird ausgewogen durch hie Revanche, die Sie durch die „ auswärtigen Freunde von Tirol " in barer Münze erhielten. Denn diese, die Unternehmer, bezw. Aktionäre, haben, so schön die Tiroler Alpen in St. Louis waren, so lebhaft dieselben besucht, ja oftmals überfüllt waren, sie haben durch dje Bestimmung, daß an Sonntagen selbe geschlossen sein mußten, durch die unvorhergesehenen Mehrkosten und horrenden Betriebsauslagen, sowie manch andere Umstände ein großes Stück Geld der Sache zugelegt. Und auch unsere Ausstellung hat denselben nicht unbedeutende Kosten gemacht.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 13. Juli 1905, S. 9, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7797-erfolgreiche-darstellung-der-tiroler-alpen-auf-der-weltausstellung-1905).
(Anwerbungen für Westafrika.) Aus Schwaz schreibt man uns: Am 18. d. Mts. war ein Agent hier, welcher Leute für den Bahnbau in Westasrika warb. In Schwaz hat er 20 Personen ausgenommen, darunter einige verheiratete Männe …
(Botanische S a m m l u n g e n.) Herr Prof. Hemricher schreibt uns: „ Bald nach der Rückkehr von meiner Reise nach Java wurde ich von Bekannten und Schülern ersucht, ihnen Einblick in meine Aussammlunaen zu gewähren^ De …
(Vortrag.) In Schwaz hielt vorgestern der bekannte Nordpolfahrer Julius v. Payr im Bürgersaale des Gasthofes zur „ Post " einen Vortrag über seine Nordpol - Expedition. Der Vortrag war gut besucht. Der Vortragende erntet …
(Ein Innsbrucker in Peru gestorben.) Am 19. März d. I. starb in Pozuzo in Peru in der Tiroler Kolonie Hochw. Pfarrer Josef Egg, gebürtig von St. Nikolaus. Er war im Jahre 1852 dorthin ausgewandert. (Todesfälle.) Gestern …
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