Kufstein im Jahre Von L. v. Neuner. (Nachdruck verboten.) Kusstein begeht in diesen Tagen das Jubelfest zur Erinnerung an seine Kämpfe im Jahre 1504 und seine wenn auch nicht ununterbrochene Vereinigung mit Tirol seit 1505 unter Kaiser Maximilian. Seit dieser Zeit waren aber keineswegs 400 Jahre behaglichen Friedens der stolzen Grenz- ^ wacht heschieden gewesen; der schmalkaldische, der 30jährige und der spanische Erbfolgekrieg gingen nicht spurlos vorüber, 1703 war Burg und Stadt sogar eine rauchende Brandruine. Aber festes und stolzer erhob sich Geroldseck wieder, um 1809 noch zum letztenmal zu einer kriegerischen Bedeutung zu gelangen. Ein oberflächlicher Vergleich der Kriegsjahre 1504 und 1809 läßt uns erkennen, daß Kufstein schon in den nationalen Kämpfen des deutschösterreichischen Kaiserstaates gegen Napoleons Weltherrschaft nicht mehr die Bedeutung eines Bollwerkes zwischen Nord und Süden hatte, wie in früheren Zeiten. Wäre es Österreich um den Besitz eines befestigten Grenzpunktes zu tun gewesen, hätte es nicht 300 bis 500 Soldaten mit ganz ungenügenden Geschützen vor die Festung stellen dürfen. Tirol selbst nahm den Kampf mit der bayerischen Grenzfeste auf, es wollte ganz frei von der verhaßten Fremdherrschaft sein, und innerhalb der alten Landesgrenzen sollte Bayern keinen gefahrdrohenden Stützpunkt besitzen. Die Belagerung im Jahre 1809 war daher ein Kampf um die Einheit des Landes, wie wir ihn heute in anderer Form gegen Südtirol führen. Nach der ersten glorreichen Befreiung des Landes vom 9. bis 13. April 1809 durch unsere Landesverteidiger ohne militärische Hilfe war nur noch die Feste Geroldseck von den Bayern besetzt; sie blieb auch der einzige Punkt, der gegen Tirol stets siegreich behauptet werden konnte. Zwei Versuche, die Festung zu nehmen, blieben erfolglos, es mangelte das schwere Geschütz. Mitte April wurde ein kaiserliches Belagerungskorps unter Oberstleutnant von Reissenfels beordert, um mit Beihilfe von Landesschützenkompagnien unter Schützenmajor Josef Speckbacher und Sieberer Kufstein zu erobern. Es wurde vor allem die Jnnbrücke zerstört, der Zeller Berg und die Hochwacht mit Geschützen besetzt. Auf den höchsten Punkt dieser überragenden Höhe des Stadtberges wurden 3 Kanonen mit sechspfündigem Kaliber hinaufgeschleppt. Die glühenden Kugeln dieser Geschosse steckten das angehäufte Brennholz der Festung in Brand, wodurch große Verwirrung in der Besatzung entstand. Das Bombardement nahm aber bald ein Ende, da der Pulvervorrat der Belagerer durch die feindlichen Geschosse in die Luft gesprengt wurde.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 15. Juli 1905, S. 1, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7798-kampf-um-die-freiheit-tirolische-landesschuetzen-belagern-1905).
Bayerische Zeitungsstimmeri Über Andreas Hofer vom Jahre I § lö *) Zum Todestage Hofers, 20. Februar. Von Norbert R o s e n t h a l, Antiquar, München. Nachdruck verboten. Zu den interessantesten Zeitungen, die am Anfang …
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Und nun komme ich zu einem Gegensatz: In Wien starb voriges Jahr Adele v. Hofer, die letzte Erbin unseres Nationalhelden in direkter Linie. Sie starb aber so arm, daß ein schlesischer (?) Schriftstellerverein für die Kos …
(Ein Land es Verteidigerdenkmal in Defereggen.) Von dort wird dem „ Tiroler" gemeldet: Auch in Defereggen wird bis 1909' ein Denkmal erstehen. Es gilt, die mutigen Deferegger Landesverteidiger und vorab ihren Anführer Jo …
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