* « ^ (Die Haller Stubengesellschaft.) Einem Jahrhunderte alten Brauche folgend, beging am „ uusmuigen Donnerstag " den 7. Febr. die Ritter von Waldauf ' sche Lesestubcnge,ell schaft in Hall ihr Stiftungsfest mit dem üb liehen Fepmahle beim „ Gaffer " in Hl. Kreuz Einige zwanzig Mitglieder, Adelige, Offizien und Bürger von Hall, hatten sich zu fröhlichem Schma. s n zufaiumeug fum en, ze g! d, daß d i alte Geist, der die Halter Stube durch Jahr Hunderte beherrschte, auch heute noch nicht ver schwanden ist und die Waldaufsche Lesestube wi einst der Hort und die Stätte heiteren Lebensge nusses gebtt. ben ist. In fröhlicher Stimmung, zu der nicht wenig die feine Küche des Haust, Gasser beitrug, feierte man die 399. Wieder kehr des Festtages und ließ den nahezu hun dertjährigen Oberstubenmeister, der mit bewun vernswerttr Tattraft und Frische dem Verein vorsteht, hochleben. Man gedachte auch derer, die der Tod aus den Reihen genommen, frischt« alte Erinnerungen auf und machte Pläne, wü man im nächsten Jahre das 400jährige Jubel fest feiern könnte. So wurde es völlig Abend, bis die letzt n der trinkfesten Runde zur Heim kehr rüsteten. — Die Ritter v. Waldaufsche Lese stube befindet sich seit dem Wiederaufbau des Hauses nach dem Brande ( 1447) im gleichen Lokale und bestand damals als Trink stube. Erst Florian Ritter von Waldaus zu Waldenstein, der als Herr auf Schloß Ratten berg bei Kolsaß hauste, wandelte dieselbe im Jahre 1508 zur Lesestube um und schenkte das Haus für ewige Zeiten der Gesellschaft. Aus dieser Zeit besitzt die Stube noch einige recht mtereflante und wertvolle Altertümer; so einen Plafond mit schön geschirmten Balken, einen Glaspokal mit gemaltem Wappen von 1589, sowie einen vergoldeten Silberbecher mit Deckel, der 1527 von dem Probste Bischer von Neu stift bei Brixen geschenkt wurde; außerdem ein altes Wappen buch mit vielen hundert schön gemalten Wappen der Mitglieder von der OKün düng l) er. Das Porträt des Stifters, das in der Stube hängt, ist von 1509 und dürfte von einem hervorragenden » Maler stammen. Leider ist es bereits mehreremale auf neue Leinwand gezogen und beschnitten worden, so daß kein Handzeichen mehr auf den Meister weist, der es gemalt. Besucher, welche sich für die Lese stube interessieren, können jederzeit von Mit gliedern ei « geführt werden, und die erwähnten Gegenstände unter Führung eines solchen besichtigen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 9. Februar 1907, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8136-stiftungsfest-der-waldaufschen-lesestubengesellschaft-in-hall-mit-1907).
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