Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
FRESKO IM STURZFLUG – INNSBRUCKS VERGESSENES KUNSTWERK

In Gefahr: Das Fresko Schöpfs an der Johanneskirche durch Feuchtigkeit bedroht

(Ein Kunstwerk in Gefahr.) Das schone Freskogemälde an der Portalwölbung der Johannestirche erfüllt den Beschauer mit gerechter Besorgnis. Am nördlichen Teil dringt Feuchtigkeit ein und schreitet langsam, zerstörend vor. Greift da nicht bald schützende Hand ein, so ist das Gemälde in nicht allzuferner Zeit unrettbar verloren und Innsbruck, das ohnehin an öffentlichen Kunstwerken arm ist, wird noch um eins ärmer sein. Adolf Pichler schreibt über dieses Fresko: Wenn die Zeit nicht zu sehr drängt, mache ich stets vor dem Portale der Johanneskirche einen kleinen Halt, um dem Freskogemälde von Schöpf einen flüchtigen Blick zuzuwerfen. Dieser tüchtige Tiroler Maler, dem auch Goethe ein Wort der Anerkennung widmet, ist jetzt fast der Vergessenheit anheimgefallen; jenes Bild jedoch, in kräftiger, frischer Weise einen Engelsturz darstellend, würde ihm gewiß einen Platz in der Kunstgeschichte sichern, wenn. es nicht zu Innsbruck stünde, wo es niemand sucht. Die ausgezeichnete Technik desselben kann beweisen, daß in Tirol die Freskomalerei stets blühte, und da Schöpf 1822 starb, nicht erst in der Villa Mässimi neu erfunden zu werden brauchte.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 21. Mai 1907, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8190-in-gefahr-das-fresko-schoepfs-an-der-johanneskirche-durch-1907).

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