Beilage zu den Innsbrucker Nachrichten Nr. 298 Unterhaltungs - Blatt. Mittel zur sorgfältigen Körperpflege und Verschönerung der äußeren menschlichen Erscheinung. Von Dr. L. Raudnitz in Wien. Gesundheit ist die Seele der Schönheit. Die edelsten Züge, die ebenmäßigsten Formen werden nur dann in ihrer ganzen Vollkommenheit uns entgegenleuchten, wenn der Glanz ihrer ursprünglichen Reinheit und Frische sie umstrahlt. In einer langjährigen ärztlichen Praxis, ist unser Augenmerk vielfältig darauf gelenkt worden, nächst dem Studium der Mittel, welche in gewissen, genau bestimmten Krankheitsfällen Heilung und Genesung herbeiführen, auch jenen Kompositionen nachzuforschen, welche außerhalb des Bereiches der muteria meäieu, des eigentlichen Arzneischatzes liegend, durch zweckentsprechende Anwendung den sonst gesunden oder höchstens von kleinen Unannehmlichkeiten belästigten Menschen in den Stand setzen, seinen Körper in der Schönheit und Frische zu erhalten, in der er aus der Hand des Schöpfers hecvorgegangen ist. Es ist unsere Absicht nicht, in diesem Heftchen eine Reihe ausführlicher Lebensregeln zu diesem Zweck niederzulegen, wie dies von Männern der Wissenschaft mit mehr oder minderem Glücke, mit größerem oder geringerem Erfolge in umfassenden Bänden versucht worden ist; die Bestimmung dieser Schrift ist es nicht, die Literatur der Makrobiotik auch nur um ein Blättchen mehr zu vermehren. Wohl aber haben wir die vornehmsten Erscheinungen auf diesem Gebiete eifrig studirt, die in jenen Werken niedergelegten Vorschriften mit unseren eigenen Erfahrungen und selbständigen Forschungen zusammengehalten, und hieraus ergibt sich unser Zweck: das Beste und Anwendbarste, was uns auf diesem Wege überkommen, dem Leser in volksthümlich faßlicher Form daczubieten. Wir machen auch hierbei nicht Anspruch, etwas Vollkommenes, in sich Abgeschlossenes geliefert zu haben; ist doch die Wissenschaft selbst auf diesem Gebiete noch zu keinem Abschluß gediehen. Allein wir sind uns bewußt, vermöge einer kleinen Anzahl der Körperpflege und Kosmetik an* gehöriger Mittel dem Menschen Gelegenheit geboten zu haben die Anmuth seiner Erscheinung zu erhöhen, seinen äußeren Werth zu veredeln, und sich dadurch des Genusses der wahren Lebensfreuden fähiger zu machen. Wenden wir uns nun zu den Erfordernissen einer anmuthigen Erscheinung, so erkennen wir darin zunächst drei Dinge, deren Pflege und Sorgfalt zugleich Grundbedingung des körperlichen Wohlbefindens ist, deren Mangel die Kunst wohl theilweise zu ersetzen sich bemüht, doch stets nur auf Kosten der Grazie ersetzt, oder vielmehr durch den
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 31. Dezember 1859, S. 9, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/821-neues-heftchen-ueber-koerperpflege-und-verschoenerung-der-1859).
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