Versuch eines Entwurfes zur Ditdnng einer Vertretung kür Tirol und Vorarlberg. Prüfet Alles und das Beste behaltet! Ap. Paulus. Prinzip: Möglichst gleichmäßige Vertretung aller wesentlichen Landesinteressen. Diese sind: fl. Materielle, und zwar: I. Geistige. Kirche, Schule und Wissenschaft. Hieher gehören: а) Die zwei Bischöfe des Landes vermöge ihrer höhern geistl. Würde und großen Besitzes, d) zwei von sämmtl. geistlichen Stiften gewählte Mitglieder aus obigem Grunde. e) fünf vom selbstständigen Clerus gewählte Mitglieder, б) die Landes - Universität mit 1 Stimme. Zusammen 10 Stimmen. I. Agrikultur, u. zwar: u) Großer Grundbesitz; die Höchstbesteuerten Grundbesitzer wählen 6 Mitglieder, b) klein er Grundbesitz; wenigstens 24 Stimmen der Art auf das Land vertheilt, daß kein Haupttheil unvertreten bleibt u. über alle Bedürfnisse Aufschluß ertheilt werden kann. Zusammen 30 Stimmen. II. Industrie, g) Städte als Centralpunkte nicht blos für Handel und Gewerbe, sondern auch anderer verschiedener geistiger und materieller Interessen 6 Stimmen ( Innsbruck 2, Lrient 1, Roveredo 1, Bozen 1, Feldkirch 1). b) alle - Wahlberechtigten zu den Handels u. Gewerbe- Kammern wählen: im Kammerbezirke „ „ Innsbruck 4i * „ B ozen 3.. „ Feldkirch 4^ * „ Roveredo 3 14 Zusammen 20 Stimmen. Anmerkungen. Die Verstärkung einer oder der ankern Abtheilung um ein paar Stimmen ändert nichts am Prinzip. Das passive Wahlrecht ist selbst beim großen Grundbesitz an keinen Census gebunden. Man wählt nur in Einer Claffe; der Gewerbsmann nicht auch als Grundbesitzer. Das Verhältniß zwischen Wälsch und Deutschtirol mit Vorarlberg ist wie 3: 5; ohne Vorarlberg 3: 4. acl A. Die geistigen Interessen finden nicht nur im Clerus, sondern auch in allen übrigen Elaffen, besonders im großen Grundbesitz und den Städten eine Vertretung; deßhatb die geringere Stimmenzahl, acl ß. I. a) Der große Grundbesitz hat auch 4 Stimmen in den Bischöfen und Prälaten. Die 6 Stimmen sub I. a) dürften fast ausschließlich dem begüterten Adel zufallen. acl ß. II. Die kleineren Städte haben keine eigenen städtischen Interessen; sie stimmen mit dem Grundbesitze oder der Industrie sub b).
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 16. Jänner 1860, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/822-entwurf-zur-vertretung-tirols-und-vorarlbergs-mit-1860).
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