Tiroler und Vorarlberger sorgt für Eure Blinden! Während man in früheren Zeiten glaubte, das Mitleid mit den Blinden dadurch am wirksamsten zu betätigen, indem man dieselben nährte und verpflegte, hat man schon längst einsehen gelernt, daß der Grund, warum noch immer Tausende von Blinden ihr Leben im bittersten Elende verbringen müssen, nicht unmittelbar in der Blindheit selbst liegt, sondern daß derselbe lediglich in der mangelhaftem Erziehung und Versorgung dieser Unglücklichen zu suchen ist. Die Erziehung des Blinden darf jedoch nicht erst in späteren Lebensjahren, sondern sie muß schon im Kürdesalter ihren Anfang nehmen, wenn sie für das Leben von bleibenden, segensreichen Folgen sein soll. Sie bedarf keiner besonders kostspieligen Einrichtung, doch muß sie sich von Verzärtelung wie von Vernachlässigung gleichweit entfernt hal- ÜH und den fehlenden Sinn da, wo die innere Anschauung nicht wirksam ist, durch die übrigen Sinne zu ersetzen suchen — und man wird den Zweck erreichen. Trotz des Ministerialerlasses vom 6. Juni 1881, welcher die Schulpflichtigkeit der blinden Kinder ausspricht, wachsen speziell in den Alpenländern Hunderte blinde Kinder ohne jeglichen Unterricht körperlich und geistig verwahrlost auf — zur drückenden Last und beständigen Sorge für Eltern und Zuständigkeitsgemeinden. Die Volksschule kann nicht als Ersatz der Blindenanstalten gelten, denn sie gewährt im günstigen Falle bloß eine allgemeine Schulbildung, aber nicht zugleich auch eine besondere Bildung für das Berufsleben; sie stattet den Blinden bloß mit einer Summe von Kenntnissen aus und überläßt ihn dann seinem Schicksale. Das Gebrechen der Blindheit hat so viele traurige Folgen für Körper und Geist des Kindes, daß zur möglichsten Behebung derselben eine eigenartige Erziehung und Ausbildung in zu diesem Zwecke eingerichteten Anstalten erforderlich ist. Das blinde Kind ist in der Regel geistig und körperlich verkümmert und verwahrlost, wenn es der Schule, üezw. dem Institute übergeben wird. Während das sechsjährige, vollsinnige Kind geradezu einen Reichtum an Anschauungen und Vorstellungen mit in die Schule bringt, ist das blinde Kind in diesem Alter meistens noch gänzlich arm an Vorstellungen und Begriffen, selten imstande, die hochdeutsche Sprache zu verstehen und sich darin verständlich auszudrücken. Bei der verkümmerten leiblichen und geistigen Entwicklung der meisten blinden Kinder kann die Erziehungsanstalt ihre große Aufgabe nur allmählich, stufenweise und erst in einem längeren Zeiträume lösen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. September 1907, S. 10, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8255-mangelnde-erziehung-der-blinden-kinder-in-tirol-und-vorarlberg-1907).
In Zell am Ziller starb gestern die Hofratswitwe Frau Luise von Eccher ab Echo, Edle von Marienberg, geb. Edle v. Ferrari, im Alter von 79 Jahren. Die Verstorbene war die Schwiegermutter des früheren Bezirksrichters von …
Das Werk des Jugend - Fürsorge- Bereines für Tirol. Geschrieben zum bevorstehenden Kinderschutz- Kongresse m Wien. Von Hofrat Pros. Dr. F. Lentner. Zu den Schätzen der Wiener Hofbibliothek gehört ein A. ndnchtsbüchlein „ …
In Florenz starb am 4. d. Mts. Herr Sigismund Blumner, Privatier. Der Verstorbene war vor Jahren längere Zeit in Innsbruck ansässig. Das nach dem Namen seiner Gemahlin, Villa „ Vlanea" benannte schöne Landhaus nächst dem …
Arthur Graf Wotkenstein- Hlodenegg Heute verschied hier im Alter von 71 Jahren Herr Arthur Reichsgraf zu Wolken stein! Freiherr ans Roden egg, Salegg undj Hauen stein, Herr und Land mann in Tiro! / k. u. k. Kämmerer, Rit …
Grundlegende Richtung (Blattlinie):
Wissenschaftlich-historische Dokumentation und digitale Erschließung gemeinfreier historischer Pressetexte aus dem Raum des historischen Tirols.
1. Grundsatz: Die Nutzung von chronik.fontes.at ist ohne Registrierung möglich. Es werden keine Werbe- oder Analyse-Tracker und keine Marketing-Cookies eingesetzt.
2. Server-Betrieb: Beim Aufruf der Website werden technisch notwendige Verbindungsdaten (IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderte Ressource) kurzzeitig auf unserem europäischen Server (Hetzner Online GmbH, Deutschland) zur Betriebssicherheit verarbeitet (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
3. Externe Faksimile-Einbindung (IIIF): Beim Öffnen der Original-Zeitungsseite lädt Ihr Browser Bildkacheln direkt vom IIIF-Bildserver der Österreichischen Nationalbibliothek (iiif.onb.ac.at) bzw. verweist auf die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
4. Betroffenenrechte: Auskunfts- und Löschungsanfragen richten Sie jederzeit formlos an die im Impressum genannte Kontaktadresse.
Historische Zeitungstexte: Sämtliche wiedergegebenen Originalartikel entstammen historischen Zeitungsausgaben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere den Innsbrucker Nachrichten, 1854–1913) und sind urheberrechtlich gemeinfrei.
Digitalisate & OCR-Grundlage: Die digitalen Faksimiles und Volltextgrundlagen basieren auf den Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB Tirol) sowie von ANNO – AustriaN Newspapers Online (Österreichische Nationalbibliothek).
Die Tiroler Zeitungschronik bewahrt den authentischen Wortlaut und die historische Rechtschreibung der Originalquellen vor und nach der II. Orthographischen Konferenz von 1901.
Um die historischen Spaltentexte digital zugänglich zu machen, erhält jeder Originalartikel redaktionell eine Hauptüberschrift im zeitgenössischen Chronikstil des 19. Jahrhunderts sowie eine moderne Dachzeile zur raschen thematischen Orientierung.
Bitte zitieren Sie stets die zugrunde liegende historische Originalausgabe mit Erscheinungsdatum und Seitenzahl, ergänzt um den Permalink der Chronik:
Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
Sie haben einen OCR-Lesefehler im historischen Fraktursatz entdeckt oder möchten auf einen bemerkenswerten Zeitungsbericht hinweisen?
Schreiben Sie uns gerne an redaktion@fontes.at unter Angabe des Erscheinungsdatums oder des Artikel-Direktlinks (#artikel=...).
✎ Korrektur-ModusKlicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel|
Gesammelte Änderungen in Tabelle article_edits
Diese Korrekturen sind in der Zwischen-Tabelle gespeichert. Mit Klick auf „Jetzt in Live-DB schreiben“ werden sie atomar in chronik_events_live.db samt Volltextindex übernommen.