Das neue Kurhaus in Jgls. Vor ungefähr sieben Wochen begann die hiesige Vausirma Fritz mit dem Baue des neuen Kurgebäudes in Jgls, dessen Ausführung der Knrverein seinerzeit beschlossen hatte. Durch die außergewöhnliche Gunst des Wetters war es Möglich geworden, das neue Objekt im Rohbau sertigzusteUen, sodaß zu Ende dieser Woche schon die Firstfeier stattsinden kann. Das neue Kurhaus von Jgls steht bekanntlich auf dem sogenannten Girgl, einer von den Kurgästen und Einheimischen gerne besuchten, aussichtsreichen Ebene oberhalb des Kurortes, die zum großen Teile von Wald bestanden ist. Auch in unmittelbarer Nähe des Kurhauses, ringsherum, bis auf eine Entfernung von etwa 1b Metern vom Gebäude, reicht der Wald heran, es wird also eine reine Waldidylle werden, die Man in der Nähe des vielbesuchten Kurortes schuf. Dieser Stimmung der Umgebung ist natürlich das ganze Äußere des Gebäudes angepaßt. Von der Ellbögenstraße, die durch die Ortschaft hindurchführt, wird eine neue Zufahrtsstraße zum Kurgebäude abzrveigen und an der Nordseite desselben aus dem Plane eiumünden. Bei der Aufnahme des Projektes hat man, tme schon gesagt, die Umgebung in Rücksicht nehmen müssen, es wurde deshalb die Bau weise dem einheimischen Stile angepaßt, Erker. Türen, Giebel und Fenster weisen tirolisch Motive auf, auch die rote Ziegelbedachung, das Türmchen, die projektierten weiß roten Fenster lüden werden sich im Einklänge mit der Umgebung befinden. Der Haupteingang ist auf der Nordseite ge legen, im Südosten ist als ein Flügel des Osttraktes ein Wirtschaftsgebäude eingesügt, der Eiskeller steht vom Hauptgebäude entfernt. Dü Höhe des einstöckigen Gebäudes bis zum Giebe. beträgt 14 Meter, die südliche Ecke ziert en stilvolles Türmchen. Uber einige Stufen hin auf gelangt man in den 6 Meter breiten und 10 Meter tiefen Vorraum und darauf in den großen Kursaal, den größten Raum de -: Objektes. Dieser ist 12 Meter breit und 2b Meter tief, seine Höhe beträgt bis zur Dach, gleiche 10 Meter. Die Wände sollen Vertäfe lungen und Malereien erhalten, der oberste, giebelartig verlaufende Teil des Saales bekommt eine mit Schnitzarbeiten verzierte Decke aus Holz. Links vom großen Saale ist in einer Höhe von 4 Metern eine Galerie eingebaut, die durch eine Stiege mit dem unteren Ramm verbunden ist und von zwei Säulen getragen wird. Der Raum unterhalb der Galerie kann bei größeren Veranstaltungen im großen Saale natürlich mitbenützt werden, wenn dies nicht notwendig ist, kann man ihn auch durch Vorhänge für sich abschließen. Der Galerie gegen über, im westlichen Trakte und auf der rechter Saalseite wurde der Orchesterraum einge baut. Auf der gleichen Seite des Gebäudes, vom Vestibüle links, gelangt man in die Re stauration, ein geräumiges Lokal von 19 Metern Länge und 6 Metern Breite, das eben falls schönen inneren Schmuck erhalten soll. Im Erdgeschoß rechts vom großen Saale befinden sich die Garderobe, die Damentoilette, die Kurkanzlei und das Musikerzi nein er.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 18. Dezember 1907, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8297-firstfeier-am-neuen-kurgebaeude-in-jgls-auf-dem-girgl-1907).
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