Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
MIT BIBLIOTHEK UND RAUCHZIMMER FÜR DIE ÄLTESTEN

Neues Greisenasyl in Innsbruck nach Vorgaben des Herrn v. Sieberer

Sitzung des Innsbrucker Gemeinderates Gestern fand die am Samstag vor Erledinng der Tagesordnung geschlossene Sitzung )re Fortsetzung. Kine neue Widmung des Ksrrm v. Sieberer. Der Bürgermeister teilte vor allem ' mit, daß on Herrn H. v. Sieber er, dem größten Wohltäter der Stadt Innsbruck, eine Zuschrift obliege, worin derselbe mitteilt, daß er beut sei, in Innsbruck ein Greisenasyl Hw. ein Armenhaus zu errichten, falls ie Stadt auf einzelne Bedingungen eingehe. Dier Plan wird vom Baumeister Retter aus- ^arbeitet. Die Kosten für das Haus betragen 20. 000 Kronen; hiezu konnnen die Zentral eizung mit 40. 000 Kronen, die Kalt und Sarmwasserleitung mit 12. 000 Kronen, die rktrische Beleuchtung nnt 10. 000 Kronen, die WdhauerarbeiLen mit 8000 Kronen, die Altäre. s. jw. in der Kapelle mit 7000 Kronen und die ünrichtung der Küche, der Speisesäle rc. mit 2. 000 Kronen. ' Die Gesamtkosten betragen so lit 609. 000 Kronen. Herr v. Sieberer stell: 30. 000 Kronen zur Verfügung, so daß für wvorhergefehenes noch ein Nest von 21. 500 'Donen zur Verfügung steht. Zu Lasten der 5tadt würden nachstehende Herstellungen und Ästungen kommen: Kanalisation 9900 Kronen, jusührung des elektrischen Kabels und Hausan hlüsse, Zuführung eines Gasrohres, Herstelrng der Gartenanlage samt Einfriedung ( Para etmauer und Eisengitter), Übernahme der Bauntung samt Beistxllung der Kanzlei - Erforderisse und Anstellung eines Banzeichners ( Joses Aenn) für die Dauer der Bauzeit. In Vercetung des Bauherrn übernimmt Statchaltereisirgenieur Philipp Mitzka die Oberaufsicht über en Bau, und zwar unentgettlich. — Falls der lemeinderat in diese Bedingungen Willigt, verflichtet sich Herr v. Sieberer, den Bau im ftühjahre 1908 zu beginnen und ihn im Mai 910 fertig zu übergeben. Der Bürgermeister betonte, daß der Bau nach en neuester! Erfahrungen aufgefl ' chrt werden Kl. Er soll kein sogen. Kastrnenarmenhaus, mdern eine Anstalt werden, in welcher diemigen, die von der Gemeinde zu verpflegen ind, ein schönes Dasein Huben werden. Die Zimmer werden nur je für 2 Personen geschah m und für Verheiratete, welche bischer getrennt werden mußten, werden eigene Räume herge ellt. Auch eine Bibliothek, ein Lesezimmer, in Rauchzimmer, Gesellschastsräume und Bäer sollen geschaffen werden.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 31. Dezember 1907, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8311-neues-greisenasyl-in-innsbruck-nach-vorgaben-des-herrn-v-sieberer-1907).

Weitere Berichte aus der Rubrik „Arbeitswelt, Medizin & Soziales“

✎ Korrektur-Modus Klicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel |