(Das Deckengemälde im ehemaligen Taxis - Palais.) In dem in den „ Jnusbr. Nachr. " vom 14. l. M. gebrachten Artikel „ Umbau des alten Postgebäudes " war bei den Konkurrenzbedingungen u. a. zu lesen: „ Am Taxisschen Gebäude ist zu erhalten: Die äußere /assade, der Mittelsaal sa r t Deckengemälde vom l eimatlichen Maler Schöps, sowie der südwestliche Eckraum im ersten Stocke. " Mit Bezug darauf teilt uns Herr Paul Baron Hohenbübej mit, daß das gedachte Deckengemälde, nämlich das „ Urteil des Paris ", ein Werk Martin knollers ist, welches im Boten für Tiro! v: d Vorarlberg " vom 20 Februar 1885 von f inem Vater Ludwig Baron Hohenbühel unter d m Titel „ Knollers Urteil des Paris im Prunksaale des Palastes Taxis zu Innsbruck" in Erinnerung gebracht wurde. Auch war das Gemälde in einem der letzten Jahrgänge der Zeitschrift des Landesmuseums „ Ferdinandeum" abgebildet. Eine Mhandlung ist im gleichen Jahre bei Wagner in Innsbruck unter dem dunkelblauen Augen, der bewegten Stirne und der gewaltigen Rede einen ungewöhnlichen Geist las. Und nun, da sich ihre Prophezeiung erfüllt hatte, und er zum Mfeierten seiner Zeit wurde, legte sie eine kleine Blende über ' ihre wunde Seele und den Tod erwartend — war sie stolz auf ihn. Welches Ende für ihr Herz, das nach dem FWer der Liebe, dem Wirbelwind der Leidenschaft verlangte — der Stolz aus die Schriften des Mannes, der sich ihr Gatte rrannte! Machen wir uns klar, daß es möglich ist, zu bewundern, ohne zu lieben, und daß es — besonders bei Frauen — möglich ist, die Hand zu verehren, d e all ihre Liebe und ihr Glück in den Staub gedrückt hat. So stand es mit Johanna, als Carlyle mit viel Pomp und Aufsehen an die Universität nach Edinburg ging, um seine Rektors - Rede zu halten. Sie bat Tyndall, der ihren Mann begleitete, ihr über den Erfolg der Rede Zu telegraphieren. Als das Telegramm kam — „ ein voller Triumph " — war sie froh und stolz. Und um ihren Mann bei sei. er Rückkehr besonders zu ehren, lud sie eine Gesellschaft seiner Freunde und Bewunderer ein, diese selbstlose, aufopfernde Frau mit dem gebrochenen Herzen. und dem vergrämten, abgehärmten Besicht. Der Tag seiner Ankunft kanr, und bevor sie ihren Gatten nsteder begegnen sollte, fuhr Titel „ Martin Knollers Lebensbeschreibung" samt Bildern als Sonderabdruck aus der Aerdinandeumszeitschrift erschienen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 22. Jänner 1908, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8317-deckengemaelde-im-taxis-palais-ist-werk-martin-knollers-1908).
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