Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ZWEI JAHRE SPÄTER DER ERSTE AUFTRETEN

Rede des Statthalters vor dem Tiroler Landtag über seine Tätigkeit und Haltung

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 28. April 1908 · Seite 1 · #Landtagssitzungen
Hl. f Erfindung. Fest des hl. Grabes. Tiroler Landtag. Zum Berichte über die gestrige ( erste) Sitzung Habert wir nachzutragen, daß Kardinal KatschtHaler von Salzburg und Fürstbischof Alle nweisel von Brixen persönlich erschienen. Im Nachstehenden geben, wir die von uns gestern bereits im Auszuge mitgeteilte Rede, welche der Statthalter Freiherr von Spiegelfeld nach her Ansprache und dem Kaiser - Hoch des Landeshauptmanns hielt, vollständig wieder. Die Rede lautet: „Mit Allerhöchster Entschließung vom 26. August 1907 zum Statthalter in Tirol ernannt, wird mir erst heute die Ehre zuteil, den hohen Landtag begrüßen zu können. Das Datum meiner Ernennung zum Statthalter, und noch weit mehr jenes Datum, unter welchem ich hie Leitung der Statthalterei übernahm, Liegt weit zurück, und so kann ich nach einer mehr als zweijährigen Tätigkeit im Lande wohl sagen, daß ich, wenn ich heute zum ersten Male in diesem Saale als Vertreter der Regierung zu fungieren habe, den Herren doch kein Unbekannter bin. In einer Mziehung ist das für mich von Nachteil, da ich des Vorteiles verlustig gehe, durch ein verheihungsreiches Programm bei meinem ersten Auftreten vor der hohen Landesvertretung deren Sympathien zu gewinnen. Ich glaube jedoch hiefür in der zuversichtlichen Hoffnung einen Ersatz, daß alle Herren, welche in diesen zwei Jahren mit mir in Beziehung getreten sind, mögen sie im übrigen über mich wie immer urteilen, die eine Überzeugung gewonnen haben werden, daß ich nichts anderes anstrebe, als ein treuer Diener meines allergnädigsten Herrn und des Gesetzes zu sein, und jenen Einfluß, welchen ich meiner Stellung und dem Vertrauen meiner Mitbürger verdanke, redlich und ehrlich zum Wohls des Landes und zur Ausgleichung allzu schroffer Gegensätze zu verwenden. Es sind diesmal nur wenige Tage, welche dem Landtage zur Verfügung gestellt werden konnten. Die Regierung hat sich aber, den vielseitig ausgesprochenen Wünschen nachkommend, gleichwohl entschlossen, die Einberufung des Landtages Allerhöchsten Ortes zu erwirken und dies in erster Linie aus dem Grunde, weil es sowohl formell korrekt als auch sachlich angemessen erschien, daß der Landesausschuß wie die übrigen ständigen Vertretungen des Landtages ehestens neu konstituiert würden. Sodann aber erschien wohl auch die Erwartung nicht unbegründet, daß die
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. April 1908, S. 1, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8368-rede-des-statthalters-vor-dem-tiroler-landtag-ueber-seine-1908).

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