Dank der Liebenswürdigkeit des Herrn Landeshauptmannes Dr. K ' athrein und des Entgegenkommens des Herrn LandhausdirekLors Chini werden die Journalisten im Landtage von der nächsten, am 22. ds. M. beginnenden ' Session an ein wesentlich ^ äu ^ shmeres Arzum Hoftheater - JntendMztaÜ ' ernannt wurde. Wohl scheint er sich indessen in der bayerischen Residenz nicht mehr gefühlt zu haben, denn schon 1834 siedelte er wieder nach Wien über, das fortan sein Wohnsitz blieb. Hier rief er eine neue Zeitschrift „ Der Humorist " ins Leben und war eine Reihe vlon Jahren hindurch der. Hecht im literarischen Karpfenteich. vor dessen gefräßigem Witz nichts sicher war. Für seine Angriffe revanchierte sich Bauernfeld u. a. 'dadurch daß er in einem Lustspiel „ Dvr literarische Salon " Saphir in der Figur des Journalisten Morgenvoth lächerlich Machte, während Grillparzer feinen ehrlichen Haß gegen die bissige Literaturwanze in etlichen zornigen Stachel- Versen entlud, von denen der bekannteste dieser — auf Saphirs äußrere Erscheinung anspielende — geblieben ist: „Der Teufel ivollte einen Mörder schaffen, Und nahm dazu den Stoff von manchem Tiere: Wolf, Fuchs und Schakal gaben her das Ihre; Nur eins vergaß der Ehrenmann: den Mut. Da drückt ' er ihm die Nase ein voll Wut Und rief: Lump, werd ' ein Jud ' und rezensiere! " Besser stand er sich mit Hebbel, der sogar eine Mvisse Schwäche für die Spezialität des Saphir ' schen Witzes gehabt zu haben scheint, denn er schrieb gelegentlich in der Besprechung eines Saphir ' schen Volkskalenders zur Rechtfertigung des Vjelgehaßten: „ Jeder suhlt, daß Sahpir einer unwiderstehlichen Naturnotwendigkeit gehorcht, wenn er gerade die ' verzerrten und Wesen Seiten an Dingen, Personen und Freitag den 4 *. September 1 § 08 >. beiten haben, als bisher. So gut sich die Ver i hältnisse auf der Galerie verbessern ließen, ge - ' schah dies. An Stelle der bisherigen wackeligen! Tischchen wurden acht sicher stehende weißge^ strichene Tischchen mit versperrbaren Schuld laden angeschasst und hiezu 8 ebenfalls weiß -? gestrichene Stühle. Die rechts stehenden Tische sind für hie deutsche, die links stehenden für die italienische Tagesprefse bestimmt. Der dazwischen liegende Mittelraum ist als Honoratiorenloge gedacht. In dankenswerter Weise wurde der Journalistenraum auch etwas ver i breitert und von der übrigen Galerie durch ein festes Gitter abgeschlossen. Zudem werden Vorkehrungen getroffen werden, um einer Über - ^ füllung der Galerie vorzubeugen und die Passage freizuhalten. Der Zutritt wird künftig nur noch mit Karten gestattet sein und zwar erhalten die Journalisten PermänenZkarten, die Zuhörer, deren Zahl auf 64 beschränkt werden wird, aber Tageskarten.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 4. September 1908, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8445-bessere-verhaeltnisse-fuer-die-presse-im-landtagssaal-1908).
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