erbaut, von Kaiser Leopold I. 1678 Zur Unterbringung der Universität bestimmt, um später, 1776, nach Uebersiedlung der Universität in das jetzige Gebäude ( ehemaliges Jesuitenkollegium) zum Zwecke der k. k. Dikasterien ( Landesregierung) umgebaut zu werden. Erst in den Vierzigerjahren erfolgte die Erweiterung dieses Gebäudes auf der Innenseite, während der Archivzubau 1871 errichtet wurde. Die jetzt vorgenommenen Renovierungen erstreckten sich Hauptsächlich aus die Neueindeckung des Dachstuhles und auf die Herstellung einer würdigen, wenn auch einfachen Fassade. Me Notwendigkeit, das Dach neu einzudecken, bezw. durch eine leichtere Eindeckung zu ersetzen, ergab sich aus dem Umstande, als der Dachstuhl ursprünglich für eine Kupferblecheindeckung bestimmt War, die jedoch, Anfang des 19. Jahrhunderts der bedeutend schwerern Ziegeleindeckung weichen mußte. In neuerer Zeit machten sich gegen dieses schwere Deckmaterial Bedenken konstruktiver Natur geltend, weil der leichte Dachstuhl merklich unter dieser Last zu leiden begann. So sah sich das Ärar gezwungen, das zum Teil noch gut erhaltene Ziegelmaterial gegen eine wesentlich leichtere Eijzdeckung mit AsbestzemenLschiefer ( Eternit) auszuwechseln. Bezüglich der Fassade des Gebäudes, welches früher nicht den geringsten architektonischen Schmuck aufzuweisen hatte, konnte von einer reicheren architektonischen Ausgestaltung abgesehen werden, weil dieses lange Gebäude in der schmalen Herrengasse nie voll zur Wirkung gelangen kann. Me architektonische Umgestaltung erstreckte sich daher nur auf möglichst einfache Gliederung der Flächen, sowie aus « die Färbelung des Gesimses und auf die Betonung der beiden Eingänge durch reichere Portalarchitektur, ausgeführt in ' CiaMpvkalkstein. Ein ungleich bedeutenderes. Vom architektonischen und insbesondere vom kunsthistorischen Standpunkte aus interessanteres Objekt ist das in der Herzog > Friedrich - Straße neben der Ottoburg befindliche sogenannte „ Alte Negierungsgebäude ", in welchem gegenwärtig die Bezirkshauptmannschast, die Finanzprokuratur und das Oottoamlt Untergebrachtl Md. Dieses Gebäude mit seiner schweren, aber sehr sehenswerten Barockfassade stammt aus dem 17. Jahrhundert, und zwar wurde der rückwärtige Teil gegen den Inn von der Erzherzogin Claudia, 1634, der vordere prächtige Teil unter Kaiser Leopold I 1696 gebaut. Anfangs diente es! als Sitz der Landesregierung ( daher der Name) und zum Teile als Amtswohnung für einzelne höhere Barmte, und später als Sitz des Gerichts. Erst in neuester Zeit, 1887, bezogen die früher genannten drei Ämter dieses Haus, nachdem im Innern größere Adaptierungsarbeiten vorgenommen worden sind und für die Gerichte ein eigenes Amtsgebäude in der Schmerlingstraße erstanden war. Unter der rauhen Witterung hatten die wertvollen Stuckornamente und das ganze Äußere -Überhaupt sehr gelitten, sodaß eine durchgreifende Renovierung vorgenomwen werden mußte. Mach gründlicher Ergänzung und Ausbesserung des ornamentalen Schmuckes, Reinigen des zum Teile mit Mörtelschmutz überzogenen Nagelfluhsteines, erhielt die Fassade eine ihrem Cha -! rakter entsprechende Färbelung, wobei als Richtschnur ein altes, im Ferdinandeum befindliches Äquarellbild diente. Wir sehen den Grundriß Ocker abgetönt, die Stuckornamente in einem dem Auge wohltuenden Weiß mit einem Stich ins Gelbliche gehalten, während Pilaster und Hauptgesimse einen Vorzüglich nachgeahmten Anstrich in Nagelfluh' erhielten. Durch diese sorgfältig erwogene Renovierung erst gelangte die Palastarchitektur dieses Baues zur vollen Geltung und man darf ^ sie ruhig den wertvollsten kunsthistorischen Bau -, ten unserer Stadt an die Seite stellen.! Selbstverständlich wurde bei dieser Renovierung in vollstem Einverständnisse mit den. Herren Konservatoren Hofrat Tr. Franz Ritter von Wieser und Regierungsrat Johann Deining er vorgegangen. Es wäre noch zu erwähnen, daß im Innern dieses Gebäudes sich der wenigen bekannte Claudiasaal befindet, welcher eine prachtvolle Holzkassettendecke aufzuweisen hat, sowie eine ebenso schöne, reich geschnitzte Portaltüre. Leider ist diese Sehenswürdigkeit arg vernachlässigt worden und es wäre an der Zeit, auch hier einzugreifen und das
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 27. Oktober 1908, S. 17, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8475-renovirung-des-alten-regierungsgebaeudes-in-wuerdiger-form-1908).
(Ein neues Bezirtshauptmaun- > chafrs gebär, d e in Kufstein.) Das k. k. Aerar hat vom Hotelbesitzer Hans Reisch jun. in Kufstem gegen Abtretung des alten Gerichts - ', gebüudes am Unteren Stadtplatz einen Baugrund an de …
Die Entwürfe für den Umbau § des alten Postgebäudes. manne als Stellvertreter entsendete Laudesausschuß - Beisitzer Dr. Frhr. v. Sternbach An Stelle des erkrankten Mitgliedes, Oberbaurat Prof. O h mann trat Architekt Emi …
(Eine neue Zierpflanzen - Anlage.) Der Stadtgärtner arbeitet gegenwärtig daran, rings um den Leopoldsbrunnen vor den Stadtsälen eine neue Anlage, die an den Steinstufen des Brunnes beginnt, sodatz dieser künftig nicht we …
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