(Waldbrand im Halltale.) Gestern mittags sah man von Innsbruck aus zwischen dem Zunderkopf und dem BetLelwurf dichte, graue Rauchwolken aufsteigen, die manchmal stärker, manchmal schwächer wurden, aber fortwährend anhielten und auf einen ausgedehnten Waldbrand im Halltale schließen ließen. Abends kam uns aus Hall die Nachricht zu, daß im Halltale tatsächlich ein großer Waldbrand entstanden und durch denselben St. Magdalepa stark bedroht sei. Diese Nachricht bewahrheitete sich glücklicherweise nicht, wohl aber war die Bettelwurfhütte nicht ganz außer Gefahr. Das Feuer entstand mittags auf bisher unaufgeklärte Weise ziemlich weit unten im Tale, an den Hangen des Bettelwurfs. In den pechigen Zündern — die steilen Hänge sind meist mit Legföhren bewachsen — erhielt das Feuer viele Nahrung d breitete sich rasch aus. Aus den riesigen Rauchwolken sah man ab und • mächtige Flammen herausschlagen. Nach Ein. j der Dunkelheit war Has Bild geradezu wildschön. In Innsbruck bemerkte man das Feuer noch um Mitternacht; viele Leute begaben sich zu Fuß, in Wägen, und auch in Automobilen in die Umgebung der Stadt, um sich das Schauspiel anzusehen. Wie man uns heute aus Hall mitteilt, schien gestern die Situation für die Bettelwurfhütte, die oberhalb der Brandfläche steht, bedenklich, weil der Wind das Feuer immer mehr entfachte und es in die Höhe hinauftrieb, so daß bald ein ungeheurer Komplex in Flammen ' stand. Gegen abend wandte sich der Wind glücklicherweise und blies talauswärts, wodurch die Flammen zum Teile auf jenes Gebiet zurückgetrieben wurden, auf welchem ' sie schon vorher alles versengt hatten. Es brennt heute noch immer fort, aber in der Richtung nach der Talsohle zu, es besteht also keine weitere Gefahr mehr. Gestern sind von Hall Militärmannschaften, Gendarmerie und Feuerwehrleute zur Löschaktion ins Halltal abgegangen, auch die Bergleute des Haller Salzbergwerkes nahmen an den Arbeiten zur Lokalisierung des Brandes teil. Der Schaden dürste, trotzdem nach oberflächlicher Schätzung über 200 Hektar niederbrannten, nicht groß sein, weil die Legföhren keinen großen Wert haben und leichter nachwachsen als andere Bäume.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 26. Mai 1909, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8578-waldbrand-im-halltale-bedroht-bettelwurfhuette-aber-windwende-1909).
[Regest bei Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik I, S. 93: „Brand der Wagner'schen Leihbibliothek, Apr. 3. der Dampfbäckerei des Beamten-Konsumvereins, Mentlgasse, 4. bedrohlicher Waldbrand am Berg Isel.“]
Originaltex …
(Nachspiel zur Jahrhundertfeier.)! Aus Lienz schreibt Man: Der 1300 Meterhohe! Rauhkofel, auf dem am Sonntag ein Herz - Jefu- Feuer angeznndet wurde, wäre nahezu das Verderben von 24 Menschen gewesen. Durch das, auf sein …
[Regest bei Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik I, S. 93: „Brand des Waldes am Berg Isel, Apr. 11. des holzlagers der Münchner Firma Degginger in Wilten, Juli 12. des Hundeggerhauses, Höttingerau, am 28. des Eislauf-P …
(Kunststickerei.) Seit einigen Tagen war iM Schaufenster der Firma Hermann Uffenheimer, Kunststickerei, am Marktgraben, eine künstlerisch und geschmackvoll ausgeführte Fahne der Freiw. Feuerwehr in Lans ausgestellt. Man …
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