Theater und Musik. ( „ T r i sta n u n d Isold e. ") Mt einer für Innsbruck ganz besonders interessanten Neuheit Hat Direktor Häusler die von ihm geleitete diesjährige Monatsoper vorgestern mit Richard Wagners „ Tristan und Isolde " geschlossen. In seinem Mjusikdrama „ Tristan und Isolde " hatte Wagner den dichterischen Gedanken mit lebend digster Wahrheit und umnittelbarster Wirkung zum Ausdruck gebracht; mit ihm war ein Kunstwerk von unergründlicher Tiefe und unerschöpflich reichem Gehalt entstanden, dessen Zauber in tiefster Ergriffenheit dieser einzigartigen, hehren Schöpfung, der nichts Ähnliches annähernd an die Seite gestellt werden kann, sich offenbart. — Die vorgestrige Aufführung war ein Ereignis und bildete einen glanzvollen Abschluß der heurigen Monatsoper. Den Tristan sang Opernsänger A. Wallnöser aus Graz. Wallnöser, der den Tristan bereits über achtzigmale gesungen hat, war ein sehr wirksamer und erfolgreicher Vertreter seiner Partie, mag er auch stimmlich heute gerade nicht mehr zu den allerersten Vertretern dieser Partie gehören. Auch seine äußere Erscheinung hätte er etwas vorteilhafter gestc ^ en können. Seine Partnerin Frl. A. Gerstorfer vom Stadttheater in Nürnberg als Isolde bol eine vollendete Leistung, wie man sie sich nicht schöner und edler hätte wünschen können. Sie verfügt über eine reiche Skala von Ausdrucksmöglichkeiten von Empfindung. So zart und duftig, lote sie ihre Stimme in den lyrischen Stellen meistert, so gewaltig und groß ist sie im Effekt. Man braucht nur den „ Liebestod " von ihr zu hören, um zu erkennen, welche vollgültige Künstlerin wir in ihr zu hören Gelegenheit hatten. Ms eine nicht minder vollendete Künstlerin zeigte sich Hofopernsängerin H. Ulbrich von der kgl. Hiofoper in Manchen, die die Brarrgäne in jeder Beziehung mustergültig gab. Ludolf Bodmer als König Marke war wie immer vortrefflich. Aber aulch Fritz Kerzmann als Kürwenal hätte nicht besser sein könne::. Schauspielerisch und gesanglich bot er eine einwandfreie Leistung. In kleineren Partien waren vertreten: Melot von Benno Ziegler, ein Hirte von Oswald Stein, ein junger Seemann von Paul Hochheim und ein Steuermann von Willy Kaiser. Ein ganz besonderes Verdienst um die Aufführung hatte sich Kapellmeister Cornelius Kun erworben, der in dem Kunstwerke völlig aufging und unter dessen Musichtisor und anfeuernder Leitung das schwrcrige Werk in hollem Glanz und strahlender Schönheit erstand. Kapellmeister Kun hatte es vortrefflich verstanden, bde gewaltigen Steigerungen prachtvoll herauszuarbeiten; der Zug ins Große, den er den: Werke zu geben verstaicken, ließen dessen monumentale Schönheit in richtiger Beleuchtung erscheinen. Das Orchester hatte die schwierige und anstrengende Aufgabe, die ihm dieses Wert zum Schlüsse der Saison noch zu bewältigen gab, mit großem Eifer und aufmerksamem Eingehen aus die Absichten des Dirigenten gelöst. 6. 8. (Monat so per 1909.) Direktor Häusler, der nunmehr zum dritten male im hiesigen Stadttheater mit seinen wohlgeschulten Kräften ein einmonatliches Gastspiel gegeben hatte, kann auch in dieser Saison aus eine erfolgreiche und künstlerisch durchaus gelungene Spielzeit zurückblikken.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 26. Mai 1909, S. 9, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8579-glanzvolle-abschlussauffuehrung-der-monatsoper-mit-wagner-s-tristan-1909).
So wie mir, dahier. Bei Silz am Sebastianikirchlein: Ein Jüngling in der schönsten Blüthe Josef Malser, wie bekannt, Kiel in des großen Junes Mitte Und riß ihn mit ins Unterland. Der Jnnstrom riß ihn ohrü Erbarmen Mit ei …
reite 6, Nr. B94. Innsbrucker Gemeinderat. Sitzung vom 23. Dezember. Der Gemeinderat Innsbruck fand sich ' gestern zur Beratung des Voranschlages ftir das Jahr MIO ein. Wir bringen denselben auf einer Beilage unserer heu …
Die gestrige Ausführung der „ Walküre " hinterließ im allgemeinen einen recht günstigen Eindruck, der vornehmlich dem Kapellmeister Rudolf Groß zu danken ist, Er brachte mit dem Orchester, das sich sehr wacker hielt, man …
Vom Stadtthenter. Referent: GR. Dr. Rohn: Theaterdirektor Häusler aus Stuttgart, der Direktor der seit mehreren Jahren hier gastierenden Monatsoper, hat bisher stets seinen Kontrakt mit dem Direktor des Stadttheaters abg …
Grundlegende Richtung (Blattlinie):
Wissenschaftlich-historische Dokumentation und digitale Erschließung gemeinfreier historischer Pressetexte aus dem Raum des historischen Tirols.
1. Grundsatz: Die Nutzung von chronik.fontes.at ist ohne Registrierung möglich. Es werden keine Werbe- oder Analyse-Tracker und keine Marketing-Cookies eingesetzt.
2. Server-Betrieb: Beim Aufruf der Website werden technisch notwendige Verbindungsdaten (IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderte Ressource) kurzzeitig auf unserem europäischen Server (Hetzner Online GmbH, Deutschland) zur Betriebssicherheit verarbeitet (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
3. Externe Faksimile-Einbindung (IIIF): Beim Öffnen der Original-Zeitungsseite lädt Ihr Browser Bildkacheln direkt vom IIIF-Bildserver der Österreichischen Nationalbibliothek (iiif.onb.ac.at) bzw. verweist auf die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
4. Betroffenenrechte: Auskunfts- und Löschungsanfragen richten Sie jederzeit formlos an die im Impressum genannte Kontaktadresse.
Historische Zeitungstexte: Sämtliche wiedergegebenen Originalartikel entstammen historischen Zeitungsausgaben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere den Innsbrucker Nachrichten, 1854–1913) und sind urheberrechtlich gemeinfrei.
Digitalisate & OCR-Grundlage: Die digitalen Faksimiles und Volltextgrundlagen basieren auf den Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB Tirol) sowie von ANNO – AustriaN Newspapers Online (Österreichische Nationalbibliothek).
Die Tiroler Zeitungschronik bewahrt den authentischen Wortlaut und die historische Rechtschreibung der Originalquellen vor und nach der II. Orthographischen Konferenz von 1901.
Um die historischen Spaltentexte digital zugänglich zu machen, erhält jeder Originalartikel redaktionell eine Hauptüberschrift im zeitgenössischen Chronikstil des 19. Jahrhunderts sowie eine moderne Dachzeile zur raschen thematischen Orientierung.
Bitte zitieren Sie stets die zugrunde liegende historische Originalausgabe mit Erscheinungsdatum und Seitenzahl, ergänzt um den Permalink der Chronik:
Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
Sie haben einen OCR-Lesefehler im historischen Fraktursatz entdeckt oder möchten auf einen bemerkenswerten Zeitungsbericht hinweisen?
Schreiben Sie uns gerne an redaktion@fontes.at unter Angabe des Erscheinungsdatums oder des Artikel-Direktlinks (#artikel=...).
✎ Korrektur-ModusKlicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel|
Gesammelte Änderungen in Tabelle article_edits
Diese Korrekturen sind in der Zwischen-Tabelle gespeichert. Mit Klick auf „Jetzt in Live-DB schreiben“ werden sie atomar in chronik_events_live.db samt Volltextindex übernommen.