Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
KUNST ALS TIROL-REKLAME

Plötzlicher Tod des Künstlers Anton Ringler – Sein Sohn Artur Ringler als Architekt in Tirol tätig

seiner Vaterstadt, Landshut, Ammergau usw., die Gesamtkollektionen seiner Bilder oder Aquarelle ankauften, für Tirol dies und jenseits des Brenners eine große Anzahl von Bildern, Zeichnungen und Aquarellen, von Plakaten ( Schwaz, Rattenberg, Achensee). Einzelne Stücke oder Kollektivaufnahmen, die in ih rer heimlichen, biederen, wenn auch stilistisch älteren Art, fast ungeteilten Anklang fanden. Ehrend für sein Schaffen berichteten wiederholt Münchener Kunstzeitungen und es haben auch wir seinerzeit davon Notiz gekommen. Ringler gab auch Kunsthefte, darstellend deutsche und österreichische Burgen und Schlösser, heraus, die von Lehranstalten als Vorbilder angenommen wurden und große Verbreitung fanden. Aquarelle von ihm, Bilder der herrlichen, in Krer Art einzigen Burg Hohen - Wersen, kaufte Erzherzog Eugen an, zwei seiner letzten, vorzüglich gelungenen Bilder ( ebenfalls kleine Aquarelle), darstellend das alte Bild der Pradler Brücke und das Jngramm oder ehemalige Eggerschlößl in Pradl, heute tirolisch vorarlberg. Blindeninstitut, die Stadt Innsbruck. — Bei seiner letzten Anwesenheit in Innsbruck nahm er noch über Wunsch seines Freundes Gem. - Rät F. Thurner zum Zwecke der Klischierung das Männerbad ' und Volksbrausebad in Dreiheiligen aus; dies sind leider seine letzten Werke vom hiesigen Platze. Mit befand ever Liebe war er auch Städten und Orten, wie Rattenterg, Matrei, Klausen, Brixen, Bozen zugetan, und man findet seinen Namen oft und oft auf Plakaten und Karten dieser Gegenden. Trotz so mancher Verkennung oder Unverständnis seitens der im eigensten Interesse angegangenen Kreise hielt er seinen Künstlerhumor jederzeit ausrecht und es kann nur bedauert werden, daß er nicht nur als warmer Freund Tirols, sondern auch als einer der besten Förderer tirolischer Reklamebilder im Sinne des Verkehrs nicht noch mehr schaffen konnte. Von seiner Schaffenslust gibt den besten Beweis sein Plan, noch in seinem 68. Lebensjahre in Chemnitz, dem Aufenthalt seiner dort verheirateten Tochter, eine Malschute zu begründen. Erst der plötzliche Tod nahm dem begeisterten Künstler den Stift und den Pinsel aus der tätigen, nimmermüden Hand. Der einzige Sohn Anton Ringlers, Herr Architekt Artur Ringler, ein Schüler Hauberrißers in München, ist seit Jahren als solcher am hiesigen Stadtbauamte und wurde bekanntlich bei Preisbewerbungen im Lande ausgezeichnet. Die Tätigkeit Artur Ringlers bei den Bauten der Handelsakademie wie bei der Pradlerschule, ist in bester Erinnerung. Anton Ringlers Verdienst um das Land Tirol hinsichtlich feiner Verkehrs - Interessen werden dauernde sein, seine Bilder wirken fördernd wie die beredteste Sprache.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 22. September 1909, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8638-ploetzlicher-tod-des-kuenstlers-anton-ringler-sein-sohn-artur-1909).

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