Das landschaftliche Lagerhaus. Hierauf folgte der Bericht des Landesausschusses bezüglich des landjchasUichcn Lagerhauses, das am 1. Oktober 1909 fernen 2ojährigen Bestand beendete. Die Wirkungen dwfts Jnftckutes sollten sich in folgenden Richtungen äußern: 1. Die bisher ganz unverhältnismäßig hohen Getreidefrachttarise für Tirol und Vorarlberg sollten denen anderer Länoer gl. ichgcstült werden. Die Getreide - Landesmnlage sollte eme bestimmte Zeit gestundet werden können und die Rückvergütung derselben im Falle der Ausfuhr den allgemeinen Förmlichkeiten entzogen werden. Schließlich sollten die Güter, die von nun an über Innsbruck gehen,, zu direkten Frachtsätzen all ihren ' Bestimmungsort gelangen können. 2. Sollte das Lagerhaus auf die Bestimmung der Getreidepreise elnwirken und deren möglichste Stabilisierung herbeisühren. 3. Hoffte man durch das Lagerhaus in Jnnsvruck einen Stapelplatz von Körnerfrüchten und Wühl für das ganze Land zu schaffen, der durch Verwertung günstiger Konjunkturen im Getreidehandel es der konsumierenden Bevölkerung Tirols ermöglichen sollte, sich in genügendem Ausmaße und zu billigeren Preisen als bisher zu verproviantieren. Inwieweit sind nun diese Hoffnungen verwirklicht worden? Man muß leider sagen, daß es seinen eigentlichen Zweck nicht erfüllt hat. Seine Tätigkeit bewegte sich fast nur h. den Rahmen eines Spediteurs, anstatt daß es aä Koinmijsionär für die Bedürfnisse der Bevölkerung des Landes gewirkt hätte. Mit dem Lager lause wurde auch ein Weinkeller verbunden, dem die Ausgabe zufiel, den Verkauf von Tiroler Weinen als Kommissionär zu den besten Qualitäten und Preisen zu betreiben, um ans diese Weise der weinbautreibenden Bevölkerung bei der Absetzung ihrer Produkte behilflich zu sein. Die dem Lagerhause überwiesenen Weine wurden in der Landesanstalt S. Michele auf Güte und Echtheit geprüft. Das Weingeschäft nahm zwar in den ersten Jahren einen größeren Umfang an, in den letzten fünf Jahren mußte jedoch ein Rückgang verzeichnet werden. Die kommissionelle Weinvermittlung führte zu einem jährlichen Defizite von ungefähr 10. 000 Kronen. Der Landesausschuß hat sich bezüglich Reform derselben an die Lanbesanstalt St. Michael gewandt. Im übrigen schlägt der Landesausschuß zur Neugestaltung der Verhältnisse des Lagerhauses vor: 1. Abänderung des Reglements, 2. Abänderung des Tarifes, 3. Errichtung einer eigenen Belehnungsabteilung, 4. Einführung einer neuen Verfteigerungsordnung. Der Landesansschnß glaubt weiter, daß jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen sein dürste, die im Jahre 1890 abgebrochenen Verharwlungen über die Errichtung von Filialen des Lagerhauses wieder aufzunehmen und tm Verlaufe dieses Jahres die erforderlichen Erhebungen durchzuführen. Seinerzeit kamen für Filialen Lienz, Bozen, Bruneck und Trient in Betracht. Auch bauliche Änderungen und Erneuerungen am derzeit bestehenden Gebäude in Innsbruck sind nötig. Dadurch, daß im Gegensätze zu den meisten der bestehenden Lagerhäuser, die nur ein bis zwei Stockwerke aufm eisen, hier vier Stockwerke aufgeführt wurden, ist die Manipulation mü den Waren mit großem Zeitverluste und mit bedeutendem Mehraufwand « an Arbeitskräften, daher auch mit ziemlichen Mehrkosten verbunden.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 16. Februar 1910, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8687-ergebnisse-des-landwirtschaftlichen-lagerhauses-in-innsbruck-nach-1910).
Gründung der Ortsgruppe Ziel. Am letzten Sonntag fand die von Herrn Professor Edgar Meyer angeregte Gründung der Ortsgruppe Zirl des Tiroler Volksbundes statt. Die Herren Gemeindevorsteher Alois Gspan und Altvorsteher Fr …
(S ch u h m a ch e r f a ch k u r s.) Ans Ried schreibt man uns: Am Sonntag dem 27. Februar wurde der im Verlaufe von vier Wochen vom k. k. Fachlehrer Herrn Hugo Lehmann aus Wien abgehaltene Unterrichtskurs zur Fortbildu …
(Bergbau.) Aus Bieberwier wird uns geschrieben: Der beim Dorfe Nässereith gelegene Bergbau Dirstentritt, der seit etwa 2 Fuhren von einer deutschen Gesellschaft neu untersucht und aufgeschlossen wurde und deren Arbeiten …
(Bergbau.) Aus Nassereit wird gemeldet: Mit 1. Mai nimmt Herr Bergverwalter E. Wörz wieder den Bergwerksbetrieb des Grubenfeldes „Fürst Bismarck " auf. Es werden dort Bergarbeiter aus Nassereit, Serfaus, Tösens und Pfund …
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