Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
SCHOTTERMUEHLE GEGEN NATURSCHATZ

Heftige Entrüstung über geplante Schottermühle an der Sparchenbrücke

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 8. April 1910 · Seite 5
(Ein Tirolor Landschaftsbild in Gefahr ») Wie wir Won berichteten, hat die tvtadtgemeind. tz KuMiu ÄMt, M der Sparchenbrücke am Eingänge in das Kaisertal eine Schottermühle zu errichten, was bei allen Naturfreunden große, berechtigte Entrüstung hervorgerufen und die verWiedenen Vereine und Korporationen zu energischer Abwehr veranlaßt hat. Herr Prof. Rudolf Sinwel in Brünn erließ einen warmen Aufruf an die Bevölkerung, in welchem er u. a. schreibt: „ So gewiß es ist, daß von allen landschaftlichen Schmuckstücken der Umgebung Kufsteins keines des Heimatschutzes würdiger und bedürftiger ist als die Sparchen, ebenso gewiß ist es, daß dieser kaum etwas Schlimmeres angetan werden könnte, als die Hineinsetzung einer Schottermühle. Wer eine solche kennt, weißdaß sie zu den unschönsten und unsympatischesten Betrieben gehört, die es überhaupt gibt; es wird keine Schottermühle geben, durch welche nicht eine sonst halbwegs ansprechende Gegend verschandelt worden wäre. Und so würde es auch in der Sparchen, die ob ihres! landschaftlichen Reizes von unzähligen Malern verewigt worden ist, der Fall sein, trotz aller in Aussicht gestellten Vorsicht und Rücksicht. Mit der Errichtung einer Schottermühle im Bereiche des historischen Sparchenbildes würde dessen Schicksal in einer Weise vollendet, daß seine ganze Leidensgeschichte geradezu als Schulbeispiel dafür dienen könnte, wie überlieferte Heimatschätze nicht behandelt werden sollen. " — Aus Kufstein schreibt man uns hiezu: Es hat wohl an privaten Bemühungen und an behördlichen Interventionen zur Rettung der Sparchen nicht gefehlt, aber bei der Haltung der KüfMner Gemeinde konnten noch keine greifbaren Erfolge erreicht werden. Die Sparchen wird von der Gemeinde als der einzig mögliche Platz für die Schottermühle bezeichnet und mit den Felsensprengungen in der Sparchienklamm will man für eine Schmalspurbahn nach Hinterbärenbad Vorarbeiten. Das ist das Mittel, mit dem man die Gemüter beschwichtigen und die Schottermühle rechtfertigen will. Diese Bahn wird aber wohl niemals gebaut, werden, das steht fest, und wenn. eine Straße ins Kaisertal gebaut werden wird, so dürfte jedenfalls der vor Hochwassergefahr sichere und mit weniger Unkosten verbundene Weg übers « Dickicht gewählt werden.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 8. April 1910, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8704-heftige-entruestung-ueber-geplante-schottermuehle-an-der-1910).

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KOMET MIT EIGENEM FOLGE

Erscheinen eines neuen Kometen am Himmel mit langem Schweif

Innsbrucker Nachrichten · 29. Jänner 1910 · S. 4 · Flüsse, Wetter & Naturgewalten

Komet deutlich erkennbar. Sein ziemlich langer Schweis zog durch das dunkle Firmament eine lange leuchtende Spur gegen den Zenith herauf und krümmte sich dann leicht nach Süden. Das interessante Phänomen lenkte natürlich …

GEROLDSBACH OHNE SCHUTZMAUERN

Klage über ungenügende Schutzmaßnahmen am Geroldsbach bei Götzens

Innsbrucker Nachrichten · 18. Mai 1910 · S. 5 · Flüsse, Wetter & Naturgewalten

(Der Geroldsbach bei Götze ns.) Über die ungenügenden Arbeiten am Geroldsbach bei Götzens, der am 2. Juni 1908 bekanntlich ausbrach und große Verheerungen anrichtete, geht uns eine bittere Klage zu. Es heißt darin: Ins a …

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